Shell Aktie: 14. Juli über ARC-Deal
Shells Milliardendeal mit ARC Resources führt zu Aktienverwässerung und pausiertem Rückkaufprogramm. Analysten bleiben vorsichtig optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Aktienkurs unter 200-Tage-Linie
- Rückkaufprogramm bis Juli gestoppt
- Nettoverschuldung auf 52,6 Milliarden gestiegen
- Dividende um fünf Prozent erhöht
Der Ölkonzern Shell kommt beim Milliardendeal mit ARC Resources voran. Doch der Preis dafür ist hoch: Der Aktienkurs leidet unter der Verwässerung.
Shell stieg am Montag leicht um 0,67 Prozent auf 33,88 Euro. Das ist nicht viel, gemessen am Schrecken der Vorwoche: Brent-Rohöl verlor zuvor zweistellig. Der Energiesektor leidet unter den Spannungen zwischen USA, Israel und Iran. Hinzu kommen Berichte über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven durch die Internationale Energieagentur.
Doch Shells Kursproblem hat auch einen hausgemachten Grund.
Die 16,4-Milliarden-Frage
Seit April läuft die Übernahme des kanadischen Förderers ARC Resources. Shell stockt dafür seine Aktienzahl auf – um 228 Millionen neue Papiere. Das entspricht rund 71 Prozent des gesamten Rückkaufvolumens. Der Aktienanteil des Deals liegt inzwischen rund zwölf Prozent unter der bei Vertragsschluss zugrunde gelegten Bewertung.
Investoren reagieren verhalten. Denn die Verwässerung schmerzt.
Shell hat deshalb den laufenden Aktienrückkauf gestoppt. Das 3,5-Milliarden-Dollar-Programm pausiert bis zum 14. Juli. Dann stimmen die Aktionäre über die Akquisition ab. Parallel stockt die Dividende – sie stieg um fünf Prozent auf 0,3906 Dollar je Aktie.
Doch die Bilanz zeigt erste Risse.
Schuldenberg wächst
Im letzten Quartal erwirtschaftete Shell einen Gewinn von 6,9 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow lag bei 2,9 Milliarden Dollar – ausreichend, um die Ausschüttung zu decken. Das Problem: Die Nettoverschuldung stieg von 45,7 auf 52,6 Milliarden Dollar. Grund sind die Folgen von Angriffen in Katar.
Die Verschuldung steigt, die Aktie notiert unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,16 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 41,32 Euro aus dem März trennen den Kurs rund 18 Prozent.
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch. Der Konsens lautet „Moderate Buy“. Die Richtung hängt nun maßgeblich von der Zustimmung der Aktionäre ab – und vom weiteren Ölpreisverlauf. Die Quartalszahlen für das zweite Quartal werden Ende Juli erwartet.
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