Shell Aktie: 4,2 Milliarden Dollar Rückkäufe bis Oktober
Shell treibt Aktienrückkäufe voran, verkauft Ökostromgeschäft an TotalEnergies und meldet Führungswechsel im Prüfungsausschuss. Die Aktie legt zu.
Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm mit Goldman Sachs fortgesetzt
- Ökostrom-Portfolio an TotalEnergies veräußert
- Wechsel an der Spitze des Prüfungsausschusses
- Aktienkurs steigt um 2,1 Prozent
Shell treibt sein Aktienrückkaufprogramm unvermindert voran, während der Konzern parallel sein Portfolio bereinigt und im Kontrollgremium einen Wechsel an der Spitze des Prüfungsausschusses vollzieht. Die drei Entwicklungen fielen alle in die erste Augustwoche und zeichnen das Bild eines Unternehmens, das seine starke Bilanz konsequent für Kapitalrückgabe und strategische Neuausrichtung nutzt.
Rückkäufe laufen im hohen Tempo weiter
Am Montag und Dienstag dieser Woche kaufte Shell im Rahmen eines mit Goldman Sachs International vereinbarten strukturierten Rückkaufprogramms erneut Aktien zur Einziehung zurück. Am 3. August erwarb der Konzern 1.575.000 Aktien – davon 1.050.000 in Pfund notierte Anteile an der Londoner Börse und der Chi-X zu einem volumengewichteten Durchschnittskurs von 33,67 bis 33,68 Pfund sowie 525.000 in Euro notierte Aktien an der Amsterdamer Börse XAMS zu 39,3985 Euro. Am Folgetag setzte Shell die Käufe unter demselben, bis zum 23. Oktober laufenden Programm fort.
Der Rückkauf ist Teil eines am 30. Juli angekündigten Pakets von 3,0 Milliarden Dollar plus einer aufgeschobenen Tranche von 1,232 Milliarden Dollar, die bis zur Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal abgeschlossen werden soll. Möglich macht das die robuste Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal: Der bereinigte Gewinn erreichte 9,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 8,92 Milliarden Dollar deutlich. Der freie Cashflow summierte sich auf 17,5 Milliarden Dollar, während Shell die Nettoverschuldung von 52,6 auf 41,8 Milliarden Dollar drückte und den Verschuldungsgrad von 23,2 auf 18,7 Prozent senkte. Insgesamt schüttete der Konzern im zweiten Quartal 5,2 Milliarden Dollar an Aktionäre aus, aufgeteilt in 3,0 Milliarden Dollar Rückkäufe und 2,2 Milliarden Dollar Dividende bei einer Ausschüttung von 0,3906 Dollar je Aktie.
Verkauf des Ökostrom-Portfolios an TotalEnergies
Parallel zur Kapitalrückgabe baut Shell sein Portfolio um. Am 3. August unterzeichnete der Konzern eine Vereinbarung zum Verkauf seines europäischen Onshore-Ökostromportfolios an den französischen Wettbewerber TotalEnergies. Das Paket umfasst 500 Megawatt an bereits betriebenen oder im Bau befindlichen Solar- und Windkraftanlagen, überwiegend in Italien und den Niederlanden, sowie eine Entwicklungspipeline von 3,5 Gigawatt in Italien, Großbritannien und Spanien. Finanzielle Details nannten beide Unternehmen nicht. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Shell ordnet den Schritt seiner Strategie unter, Kapital neu zu bündeln und sich stärker auf das assetgestützte Handelsgeschäft zu konzentrieren.
In dieselbe Linie fällt die Mitte Juli erfolgte Zustimmung der ARC-Resources-Aktionäre zur rund 22 Milliarden Dollar schweren Übernahme im kanadischen Montney-Becken, die Shell zusätzliche 370.000 Barrel Öläquivalent Tagesproduktion und 1,5 Millionen Netto-Acres einbringen soll. Der Abschluss dieser Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Führungswechsel im Prüfungsausschuss
Am 1. August gab Shell zudem einen personellen Wechsel im Kontrollgremium bekannt: Ann Godbehere legte nach mehr als acht Jahren im Prüfungs- und Risikoausschuss, davon sieben Jahre als Vorsitzende, ihr Amt nieder. Die Nachfolge als Ausschussvorsitzende übernimmt Holly Keller Koeppel.
Kursreaktion
Die Anleger honorierten die Nachrichtenlage: Der Aktienkurs schloss am Donnerstag 2,10 Prozent fester bei 38,83 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 24,06 Prozent zu Buche. Die Kombination aus fortlaufenden Rückkäufen, gesunkener Verschuldung und dem gezielten Portfolioumbau scheint das Vertrauen der Anleger in die Kapitaldisziplin des Konzerns zu stärken.
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