Shell Aktie: Frischer Wind

Die angespannte Lage am Persischen Golf hält den Ölpreis hoch, was Shells Erlöse stützt. Gleichzeitig formiert sich in Europa politischer Gegenwind gegen die Energiekonzerne.

Redaktion Stock-World ·
Shell Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Ölpreis bleibt durch Krise bei Hormus hoch
  • Deutsche Politik fordert Maßnahmen gegen Konzerne
  • Produktionsausfälle durch hohe Preise kompensiert
  • Energiesektor bleibt für Investoren attraktiv

Der Konflikt im Persischen Golf treibt die Energiemärkte um — und Shell profitiert davon spürbar. Der Titel legt heute rund 1,2 Prozent zu und notiert bei 33,67 Pfund. Hinter dieser Bewegung steckt mehr als ein kurzfristiger Impuls.

Hormus-Krise heizt den Ölpreis an

Der Brent-Preis hält sich hartnäckig um die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Auslöser ist die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus — jene knapp 55 Kilometer breite Meerengesenge zwischen Iran und Oman, über die ein Großteil des globalen Ölexports läuft. Der Schiffsverkehr dort ist nahezu zum Erliegen gekommen, nachdem Irans Militärführung durchfahrende Schiffe zu legitimen Angriffszielen erklärt hat. Mehrere Tanker wurden in der Region bereits attackiert.

Washington versucht gegenzusteuern: Länder dürfen vorübergehend — bis zum 11. April — russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Transportschiffen befindet. Eine Sonderregelung, die das globale Angebot ausweiten soll. Ob das reicht, die Preise zu dämpfen, bleibt offen. Für Shell bedeutet der hohe Rohölpreis vorerst jedenfalls verbesserte Erlösaussichten.

Politischer Gegenwind aus Berlin

Derweil wittert die deutsche Politik Handlungsbedarf. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert europäische Maßnahmen gegen das, was er als Krisenabzockerei der Mineralölkonzerne bezeichnet. Preistransparenz, schärferes Kartellrecht, Gewinnabschöpfung — der Katalog ist lang, konkrete Instrumente nennt Klingbeil bislang nicht.

Fakt ist: Deutschland verzeichnet beim Kraftstoffpreisanstieg deutlich stärkere Ausschläge als andere europäische Länder — obwohl dieselben Öltanker die Region verlassen haben. Das liefert politisch Zündstoff. Für die großen integrierten Ölkonzerne könnte eine koordinierte europäische Reaktion mittelfristig regulatorischen Druck bedeuten — auch wenn konkrete Beschlüsse noch weit entfernt scheinen.

Produktionsausfälle, aber kein Gewinnproblem

Dass hohe Rohölpreise selbst Produktionsausfälle überkompensieren können, zeigt das Beispiel TotalEnergies: Der Konzern hat die Förderung in Katar, dem Irak und vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate eingestellt — erwartet aber, dass der Preisanstieg den Mengenrückgang mehr als ausgleicht. Für Shell, das ähnlich aufgestellt ist, gilt dieselbe Logik.

Solange die Lage am Persischen Golf angespannt bleibt und der Ölpreis auf erhöhtem Niveau verharrt, dürfte der Energiesektor bei Investoren gefragt bleiben.

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Shell Aktie

41,87 EUR

– 0,18 EUR -0,44 %
KGV 10,65
KUV 0,82
Sektor Energie
Div.-Rendite 4,15 %
Marktkapitalisierung 205,99 Mrd. GBP
Ø Kursziel 51,93 USD
ISIN: GB00BP6MXD84 WKN: A3C99G

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