Shell Aktie: IEA warnt vor 110-Millionen-Barrel-Überangebot

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise, doch die IEA warnt vor einem massiven Angebotsüberschuss ab 2027. Shell profitiert kurzfristig, steht aber vor wachsenden Risiken.

Felix Baarz ·
Shell Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Öllagerbestände sinken deutlich
  • IEA senkt Nachfrageprognose drastisch
  • Shells Working Capital stark belastet
  • Angebotsschwemme ab 2027 erwartet

Der Ölmarkt sendet widersprüchliche Signale. Auf der einen Seite treiben geopolitische Spannungen die Preise nach oben. Auf der anderen Seite warnt die Internationale Energieagentur (IEA) vor einem massiven Überangebot. Für den Energiekonzern Shell entsteht daraus ein gefährliches Spannungsfeld.

Leere Lager stützen den Kurs

Aktuell profitieren Ölkonzerne von knappen Beständen. Die US-Rohöllager leerten sich in der vergangenen Woche um 8,3 Millionen Barrel. Die Reserven liegen damit rund sechs Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Parallel dazu laufen die amerikanischen Raffinerien auf Hochtouren. Die Auslastung der Anlagen erreichte zuletzt fast 97 Prozent.

Hinzu kommen Zweifel an einem Waffenstillstand zwischen den USA und Iran. Entsprechende Äußerungen von US-Präsident Donald Trump trieben die Preise gestern an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete knapp 80 US-Dollar. Die US-Sorte WTI stieg auf fast 77 Dollar.

Warnschuss der IEA

Ein neuer Bericht der IEA trübt die Stimmung. Die Agentur senkte ihre Prognose drastisch. Im Jahr 2026 soll die weltweite Ölnachfrage um 1,1 Millionen Barrel pro Tag sinken. Das ist eine deutliche Korrektur nach unten.

Für das Folgejahr rechnet die IEA mit einem massiven Ungleichgewicht. Das weltweite Angebot soll 2027 auf über 110 Millionen Barrel pro Tag hochschnellen. Die Nachfrage hinkt mit prognostizierten 105 Millionen Barrel deutlich hinterher. Die Folge: ein gigantischer Überschuss.

Was das für Shell bedeutet

Für Shell ist diese Entwicklung ein zweischneidiges Schwert. Im ersten Quartal verdiente der Konzern bereinigt 6,9 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow lag bei starken 17,2 Milliarden Dollar. Die hohen Ölpreise stützen das wichtige Upstream-Geschäft.

Allerdings bringt der unruhige Markt enorme Kosten mit sich. Shell verbuchte im Auftaktquartal einen Mittelabfluss von 11,2 Milliarden Dollar beim Working Capital. Extreme Preisschwankungen binden massiv Kapital. Das Management verwies bereits auf anhaltende Belastungen durch den Nahostkonflikt und geplante Wartungsarbeiten.

Die aktuelle Stärke des Ölpreises füllt kurzfristig die Kassen von Shell. Das knappe Angebot stützt die Margen im Kerngeschäft. Mittelfristig baut sich jedoch ein massiver Angebotsüberhang auf. Sobald der Markt die IEA-Prognosen für 2027 einpreist, dürfte der Gegenwind für den Energiekonzern deutlich zunehmen.

Anzeige

Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 16. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Shell: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Shell Aktie

37,14 EUR

+ 0,22 EUR +0,60 %
KGV 12,95
Sektor Energie
Div.-Rendite 4,76 %
Marktkapitalisierung 174,41 Mrd. EUR
ISIN: GB00BP6MXD84 WKN: A3C99G

Community Forum zu Shell

Ähnliche Artikel

Evotec Aktie: Berenberg zieht sich zurück

Evotec Aktie: Berenberg zieht sich zurück

Pharma & Biotech ·
SK Hynix Aktie: Regulierer greifen durch

SK Hynix Aktie: Regulierer greifen durch

ETFs ·
Kirkstone Metals Aktie: Genehmigung für Gorilla Lake

Kirkstone Metals Aktie: Genehmigung für Gorilla Lake

Rohstoffe ·
TKMS Aktie: Saab-Auftrag für vier Fregatten über 800 Millionen

TKMS Aktie: Saab-Auftrag für vier Fregatten über 800 Millionen

Industrie ·
Sivers Semiconductors Aktie: 5 Insider-Sperrfrist endet am 16. Juli

Sivers Semiconductors Aktie: 5 Insider-Sperrfrist endet am 16. Juli

Insiderhandel ·

Weitere Artikel zu Shell

Alle Artikel anzeigen
Rüstungsaktien verlieren 58 Milliarden – wo Anleger jetzt hinschauen sollten

Rüstungsaktien verlieren 58 Milliarden – wo Anleger jetzt hinschauen sollten

Rüstung & Luftfahrt ·
Shell Aktie: 14. Juli über ARC-Deal

Shell Aktie: 14. Juli über ARC-Deal

Übernahmen ·
Shell Aktie: Windpark-Verkauf über eine Milliarde Dollar

Shell Aktie: Windpark-Verkauf über eine Milliarde Dollar

Erneuerbare Energien ·
Shell Aktie: Offshore-Wind über eine Milliarde

Shell Aktie: Offshore-Wind über eine Milliarde

Erneuerbare Energien ·
Shell Aktie: 16,4 Milliarden für ARC Resources

Shell Aktie: 16,4 Milliarden für ARC Resources

Europa-Märkte ·