Shell Aktie: Iran-Krieg füllt die Kasse
Shells Raffinerieindikator steigt auf 42 Dollar je Barrel; die vollständigen Quartalszahlen folgen am 29. Oktober.
Kurz zusammengefasst
- Raffinerieindikator steigt auf 42 Dollar
- Rheinpegel begrenzen die Raffinerieauslastung
- Gasförderprognose auf 740.000 bis 780.000 angehoben
- Shell veröffentlicht vollständige Zahlen am 29. Oktober
Shell stellt Anlegern ein starkes drittes Quartal in Aussicht. Treiber sind ein knapper Kraftstoffmarkt und Raffineriemargen, die alles Bisherige übertreffen. Der Konzern hat dazu heute ein Handelsupdate veröffentlicht.
Raffinerien als Gewinnmaschine
Der Margenindikator für die Raffinerien liegt für das abgelaufene Quartal bei 42 Dollar je Barrel. Im zweiten Quartal waren es 24 Dollar. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2022, kurz nach Russlands Einmarsch in die Ukraine, und lag bei rund 28 Dollar.
Die Ursache: Nachfrage nach Diesel und Flugbenzin übersteigt die Produktionskapazität. Mehrere große Raffinerien sind beschädigt und brauchen Zeit für Reparaturen. Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Anlagen und ein chinesisches Exportverbot verschärfen die Lage. In den USA kostet die Gallone Diesel aktuell 6,31 Dollar, vor einem Jahr waren es 3,68 Dollar.
Shell konnte die Lage allerdings nicht voll ausreizen. Niedrige Pegelstände des Rheins drückten die Auslastung der Raffinerien auf 93 bis 97 Prozent, nach 102 Prozent im Vorquartal.
Gas mit Licht und Schatten
Im Gashandel entwickelte sich das Geschäft ähnlich wie im zweiten Quartal. Die europäischen Speicher sind niedrig, die Länder konkurrieren mit asiatischen Abnehmern um Lieferungen. Shells Händler profitierten davon, Flüssigerdgas aus Nordamerika an zahlungskräftige europäische Kunden zu verkaufen.
Die Bilanz des Konflikts ist dennoch gemischt. Die Pearl-Gas-to-Liquids-Anlage in Katar wurde angegriffen und produziert noch nicht wieder. Dafür hebt Shell die Prognose für die integrierte Gasproduktion auf 740.000 bis 780.000 Barrel Öläquivalent pro Tag an. Dazu trägt die Übernahme des kanadischen Förderers ARC Resources bei, die im April für rund 13,6 Milliarden Dollar abgeschlossen wurde.
Der Ölpreis der Sorte Brent lag im Quartalsschnitt über 90 Dollar je Barrel. Auch das Ölhandelsgeschäft lief im Einklang mit dem robusten Vorquartal.
Börse reagiert verhalten
Die Aktie legte in London zeitweise leicht auf 36,61 Pfund zu. Die Reaktion fällt moderat aus, da der Markt die hohen Margen weitgehend eingepreist haben dürfte.
Die vollständigen Zahlen legt Shell am 29. Oktober vor. Der Markt rechnet laut aktueller Lage bis ins Jahr 2027 mit angespannten Produktmärkten, was die Margen vorerst stützen dürfte.
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