Shell Aktie: Jefferies sieht 4.500 Pence
Sinkende Ölpreise belasten Shell, doch Jefferies bestätigt die Kaufempfehlung. Parallel treibt der Konzern Verkäufe und Strukturmaßnahmen voran.

Kurz zusammengefasst
- Brent verliert rund zwei Prozent
- Shell notiert 0,6 Prozent niedriger
- Jefferies bestätigt Kaufempfehlung
- Woodcreek-Campus für 325 Millionen verkauft
Shell geriet am heutigen Donnerstag gemeinsam mit dem Konkurrenten BP unter Verkaufsdruck, da die Rohölpreise deutlich nachgaben. Während die Sorte Brent um rund zwei Prozent auf 86 US-Dollar pro Barrel fiel, verlor das Papier des Energieriesen an Boden.
Belastet wird die Stimmung am Ölmarkt durch Spekulationen über eine mögliche Entspannung an der Straße von Hormus und eine schwach prognostizierte Nachfrage aus China. Dennoch halten namhafte Analystenhäuser an ihren optimistischen Einschätzungen für den Konzern fest.
Rohölmarkt sorgt für Gegenwind am Aktienmarkt
Der Rückgang der Ölpreise gilt als Haupttreiber für die aktuelle Kursbewegung. Medienberichten zufolge sorgten Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung wichtiger Handelswege in der Golfregion für Entlastung bei den Öl-Futures.
Parallel dazu zeigen Daten aus China eine abgeschwächte Industrietätigkeit; so liegt die Auslastung der dortigen unabhängigen Raffinerien mit etwa 50,5 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2017. Saudi Aramco reagierte bereits auf die logistischen Herausforderungen und wickelte im August Verkäufe von rund vier Millionen Barrel Öl an China über Schiff-zu-Schiff-Transfers außerhalb der Straße von Hormus ab.
In diesem Marktumfeld notiert die Shell-Aktie heute bei 38,91 Euro, was einem Rückgang von 0,6 Prozent entspricht. Trotz dieses kurzfristigen Dämpfers weist der Titel eine robuste Bewertung auf; die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich derzeit auf umgerechnet 218,08 Milliarden Euro.
Marktbeobachter verweisen zudem darauf, dass die aktuellen Preisrückgänge beim Rohöl auch andere Branchenschwerpunkte wie ConocoPhillips betreffen, deren Aktie nach Bewertungsmodellen als überhitzt gilt.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Trotz der momentanen Schwankungen bekräftigte Jefferies heute die Kaufempfehlung für Shell. Mit einem Kursziel von 4.500 Pence sehen die Experten ein erhebliches Aufwärtspotenzial von über 30 Prozent gegenüber dem Handelsniveau an der Londoner Börse. Als Begründung dienen die solide operative Aufstellung und die attraktive Bewertung des Titels.
Andere Analysehäuser äußern sich punktuell vorsichtiger. Während die Experten von JPMorgan ihr Kursziel im Juli auf 3.600 Pence gesenkt hatten, wird die Aktie im Marktkonsens weiterhin als „Moderate Buy“ eingestuft. Das durchschnittliche Ziel der Analysten liegt bei 3.775 Pence.
Die technische Analyse zeigt derweil ein gemischtes Bild: Während kurzfristige Durchschnitte zuletzt unter Druck gerieten, notiert der Wert mit 38,91 Euro weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 35,45 Euro.
Strategische Maßnahmen und Standortoptimierung
Neben der Kursentwicklung rücken operative Entscheidungen in den Fokus der Anleger. Shell treibt die Optimierung seines Immobilienportfolios voran und veräußerte den Woodcreek-Campus im Rahmen einer Sale-Leaseback-Transaktion für 325 Millionen US-Dollar. Dieser Schritt dient der Kapitalfreisetzung, während die Räumlichkeiten durch den Konzern weiterhin genutzt werden können.
Zudem setzt das Unternehmen eine Straffung seiner Organisationsstruktur um. Dies beinhaltet die Verlagerung von Rollen vom Standort Aberdeen nach London. Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund eines bereits vor rund drei Wochen angekündigten Aktienrückkaufprogramms, durch das kontinuierlich Kapital an die Anteilseigner zurückgegeben wird.
Auf der Seite der Insider-Transaktionen wurde zuletzt bekannt, dass Sinead Gorman Ende Juli ein Paket von 30.000 Aktien zu einem Kurs von 3.369 Pence veräußert hat. Während die kurzfristige Dynamik durch den Ölpreis bestimmt wird, fokussiert sich das Management somit verstärkt auf Kosteneffizienz und Portfoliobereinigung.
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