Shell Aktie: Offshore-Wind über eine Milliarde
Shell verkauft Offshore-Windparks, stoppt Aktienrückkäufe und sieht sich mit sinkenden Ölpreisen konfrontiert. Die Aktie verliert.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf des Offshore-Windportfolios geplant
- Aktienrückkauf vorerst ausgesetzt
- Ölpreise geben deutlich nach
- Aktie fällt unter 50-Tage-Linie
Der Ölriese Shell steckt in einer Zangenbewegung. Das Management fährt einen radikalen Sparkurs bei erneuerbaren Energien, gleichzeitig drücken fallende Ölpreise auf die Stimmung. Die Aktie verlor am Montag 3,5 Prozent und schloss bei 35,62 Euro.
Rückzug aus der Offshore-Windkraft
Konzernchef Wael Sawan setzt weiter auf die alten Stärken. Medienberichten zufolge bereitet Shell den Verkauf seines gesamten Offshore-Windportfolios vor. Der Wert der Anlagen: über eine Milliarde Dollar. Die Investmentbanken Rothschild und PJT Partners sollen den Prozess begleiten, der Ende 2026 starten und 2027 abgeschlossen sein könnte.
Der Schritt folgt einer klaren Linie. Shell fokussiert sich auf Öl, Gas und Flüssigerdgas (LNG). In den vergangenen Jahren hat der Konzern bereits mehrere Projekte in den USA und Asien aufgegeben, 2025 folgte der Ausstieg aus schottischen Windparks.
Milliarden-Deal bremst Aktienrückkauf
Parallel zum Wind-Aus setzt ein weiterer Faktor die Aktie unter Druck. Shell hat sein drei Milliarden Dollar schweres Rückkaufprogramm vorübergehend ausgesetzt. Grund ist die geplante Übernahme des kanadischen Produzenten ARC Resources für 16,4 Milliarden Dollar.
Die ARC-Aktionäre stimmen Mitte Juli über den Deal ab. Aus rechtlichen Gründen pausieren die Rückkäufe bis zum 14. Juli. Shell erwartet den Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte.
Der Zeitpunkt ist heikel. Denn die Ölpreise geben nach: Brent-Rohöl fiel am Montag auf rund 83,68 Dollar pro Barrel, WTI auf etwa 80,75 Dollar. Auslöser ist ein Bericht über eine vorläufige Einigung zwischen den USA und Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Eine formelle Unterzeichnung ist für den 19. Juni in der Schweiz geplant.
Technische Signale und Ausblick
Die Aktie notiert 5,05 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 37,51 Euro. Der RSI von 37,3 deutet auf eine leichte Überverkaufssituation hin. Auf Jahressicht liegt der Kurs noch 20,48 Prozent über dem Tief von 29,56 Euro aus dem Januar.
Investoren warten nun auf den Quartalsbericht für das zweite Quartal, der Ende Juli kommen soll. Im ersten Quartal hatte Shell einen bereinigten Gewinn von 6,9 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Frage ist, ob sich der Spagat zwischen Konzernumbau, Milliarden-Akquisition und fallenden Rohstoffpreisen in den Zahlen niederschlagen wird.
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