Shell Aktie: Qatar-Schaden trifft Bilanz

Der Angriff auf die Pearl-GTL-Anlage in Katar drückt Shells Gasproduktion und verursacht einen massiven Liquiditätsabfluss. Das Handelsgeschäft konnte die Verluste teilweise abfedern.

Dr. Robert Sasse ·
Shell Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Produktionsprognose für Q1 deutlich gesenkt
  • Working-Capital-Abfluss von bis zu 15 Milliarden Dollar
  • Aktienrückkaufprogramm wird trotzdem fortgesetzt
  • Handelsgeschäft profitiert von Marktvolatilität

Ein Angriff auf Ras Laffan im März hat Shells Gasproduktion empfindlich getroffen. Nun zeigt das Quartal-Update vom 8. April das volle Ausmaß: Produktionsrückgang, ein massiver Liquiditätsabfluss — und ein Reparaturhorizont von rund einem Jahr.

Produktionseinbruch durch Pearl GTL

Der Ausfall betrifft vor allem das Pearl-GTL-Werk in Katar. Nachdem Train 2 der Anlage infolge des Angriffs abgeschaltet werden musste, korrigierte Shell seine Produktionsprognose für das erste Quartal 2026 deutlich nach unten: Statt der ursprünglich erwarteten 920.000 bis 980.000 Barrel Öläquivalent pro Tag rechnet der Konzern nun nur noch mit 880.000 bis 920.000 boe/d — und damit auch unter den 948.000 boe/d aus dem Schlussquartal 2025. Die LNG-Verflüssigungsvolumina sollen auf 7,6 bis 8,0 Millionen Tonnen sinken.

Liquiditätsabfluss in Milliardenhöhe

Noch schwerer wiegt der Druck auf die Bilanz. Shell erwartet für Q1 einen Working-Capital-Abfluss von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar — ein drastischer Kontrast zum Zufluss von 1,3 Milliarden Dollar im Vorquartal. Als Ursache nennt der Konzern eine „beispiellose“ Rohstoffpreisvolatilität. Der Brent-Preis war nach der Schließung der Straße von Hormuz zeitweise auf fast 120 Dollar je Barrel gestiegen. In der Folge dürfte Shells Nettoverschuldung um rund 3 bis 4 Milliarden Dollar zunehmen.

Trotz dieser Belastungen hält Shell an seinem geplanten Aktienrückkaufprogramm von 3,5 Milliarden Dollar für das Quartal fest.

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Trading federt Verluste teilweise ab

Einen Ausgleich liefert das Handelsgeschäft: Shell erwartet im Segment Chemicals & Products deutlich höhere Ergebnisse aus „Trading & Optimisation“ als im Vorquartal. Die indikative Raffineriemarge stieg von 14 auf 17 Dollar je Barrel. Die extreme Marktvolatilität, die die Produktionsseite belastete, spielte dem Handelsgeschäft damit in die Karten.

Am 8. April fiel die Shell-Aktie in New York um 3,09 Prozent auf 91,25 Dollar — belastet vom Quartal-Update, aber auch vom breiten Rückgang der Ölpreise nach Bekanntgabe eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran, der Brent um mehr als 13 Prozent auf rund 94,75 Dollar drückte.

Die vollständigen Erstquartalsergebnisse veröffentlicht Shell am 7. Mai 2026. Dann wird sich zeigen, wie gut die Handelsgewinne den Qatar-Ausfall und den massiven Liquiditätsabfluss tatsächlich kompensieren konnten.

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Shell Aktie

39,10 EUR

– 1,72 EUR -4,21 %
KGV 15,79
Sektor Energie
Div.-Rendite 4,08 %
Marktkapitalisierung 199,99 Mrd. EUR
ISIN: GB00BP6MXD84 WKN: A3C99G

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