Der Energieriese Shell hat seine Anleger kurz vor dem Wochenende mit einem ernüchternden Zwischenbericht auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Während die reine Öl- und Gasförderung stabil läuft, brechen in anderen Bereichen die Gewinne weg. Das Management musste konkret vor Verlusten in der Chemiesparte warnen, was die Erwartungen für den kommenden Geschäftsbericht deutlich dämpft.
Chemie-Sparte rutscht ins Minus
Das größte Sorgenkind in der aktuellen Bilanz ist der Chemie- und Produktbereich. In einem Update am Donnerstag machte die Konzernführung deutlich, dass hier für das vierte Quartal mit einem „signifikanten Verlust“ zu rechnen ist. Hauptursache sind die drastisch gesunkenen Margen im Chemiegeschäft, die von 160 Dollar im Vorquartal auf nur noch 140 Dollar pro Tonne gefallen sind.
Zusätzlich belasten steuerliche Anpassungen bei einem Joint Venture das Ergebnis. In der Summe erwartet Shell, dass das bereinigte Ergebnis dieser Sparte unter die Gewinnschwelle fällt – eine klare Verschlechterung gegenüber der Profitabilität früherer Perioden.
Handelsgeschäft schwächelt
Nicht nur die Chemieproduktion bereitet Kopfzerbrechen, auch das Handelsgeschäft (Trading) verliert an Schwung. Nach einem starken dritten Quartal signalisierte Shell nun, dass die Erträge aus dem Ölhandel „signifikant niedriger“ ausfallen werden. Dies spiegelt das schwierigere Marktumfeld wider: Da der Brent-Ölpreis im Jahresvergleich um rund 20 Prozent nachgegeben hat, fehlen die Volatilität und die Margen für lukrative Arbitrage-Geschäfte.
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An der Börse hinterlassen diese Nachrichten bereits Spuren. Die Aktie steht seit Jahresanfang mit einem Minus von rund 5,3 Prozent unter Druck und notiert aktuell bei 30,45 Euro.
Lichtblick: Förderung und Rückkäufe
Trotz des Gegenwinds in der Peripherie bleibt das Kerngeschäft robust. Shell bestätigte seine Prognose für die Fördermengen und erwartet weiterhin eine Ölproduktion zwischen 1,84 und 1,94 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Auch die Flüssiggas-Volumina liegen im Plan. Um die Anleger bei Laune zu halten, setzt der Konzern zudem seine Kapitalrückführungen konsequent fort. Erst am Freitag wurden im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms erneut rund 2,09 Millionen Aktien eingezogen und vernichtet.
Anleger richten den Blick nun gespannt auf Anfang Februar, wenn der Konzern seine vollständigen Ergebnisse präsentiert. Dann wird sich zeigen, wie stark die Verluste in der Chemiesparte und der schwächere Handel den freien Cashflow und damit die Spielräume für künftige Dividenden tatsächlich beeinträchtigen.
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