Shell Aktie: Zwei Welten, ein Quartal

Shells Quartalsupdate zeigt starke Handelsgewinne, die den Produktionsrückgang nach einem Angriff auf die Pearl GTL-Anlage teilweise ausgleichen. Das Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt.

Eduard Altmann ·
Shell Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Raketenangriff legt wichtige GTL-Anlage für ein Jahr lahm
  • Handelsgeschäft profitiert von hoher Rohstoffvolatilität
  • Aktienrückkäufe werden trotz Belastungen fortgesetzt
  • Neues LNG-Lieferabkommen für Europa ab 2027

Shells Q1-Update für 2026 zeigt ein Unternehmen, das gleichzeitig von Glück und Pech getroffen wird. Während das Handelsgeschäft von extremer Rohstoffvolatilität profitiert, hat ein Raketenangriff auf Katar die Produktion eines der wichtigsten Anlagen des Konzerns lahmgelegt.

Pearl GTL: Ein Jahr Ausfall

Im Mittelpunkt steht die Anlage Pearl GTL in Ras Laffan — das weltgrößte Gas-to-Liquids-Werk. Iranische Raketen trafen den Komplex im März, Zug zwei der zweigleisigen Anlage steht seitdem still. Die Reparatur wird nach erster Einschätzung rund ein Jahr dauern. Zug eins blieb unbeschädigt.

Die Folgen für die Produktion sind spürbar: Im Segment Integrated Gas erwartet Shell für Q1 2026 einen Rückgang auf 880.000 bis 920.000 Barrel Öläquivalent pro Tag — nach 948.000 im Vorquartal. Teilweise abgefedert wird das durch den Hochlauf des LNG-Canada-Projekts, das die Flüssiggas-Verflüssigungsmengen auf 7,6 bis 8,0 Millionen Tonnen hebt.

Handelsgeschäft gleicht Verluste aus

Auf der anderen Seite läuft das Handels- und Optimierungsgeschäft auf Hochtouren. Die Raffineriemarge steigt laut Guidance von 14 auf 17 US-Dollar pro Barrel. Im Bereich Chemicals and Products sowie Renewables and Energy Solutions erwartet Shell deutlich höhere Ergebnisse als im Vorquartal. Das Marketing-Segment soll gegenüber Q1 2025 ebenfalls signifikant zulegen.

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Belastet wird die Bilanz allerdings durch die Rohstoffvolatilität selbst: Shell rechnet mit einem negativen Working Capital von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar — verursacht durch Bewertungseffekte bei Lagerbeständen und Forderungen. Hinzu kommen 3 bis 4 Milliarden US-Dollar an nicht-liquidem Nettoverschuldungsanstieg durch variable Schiffsleasingkomponenten.

Rückkäufe laufen, neue Pipeline in Europa

Ungeachtet der Belastungen setzt Shell das laufende Aktienrückkaufprogramm fort. Am 10. April wurden erneut Aktien zur Einziehung erworben. Das aktuelle 3,5-Milliarden-Dollar-Programm soll bis Ende April abgeschlossen sein — ein neues Programm wird voraussichtlich mit den vollständigen Q1-Zahlen am 7. Mai angekündigt.

Langfristig baut Shell seine europäische LNG-Versorgungsstrategie aus: Eine im Februar 2026 unterzeichnete Vereinbarung mit METLEN Energy & Metals sieht jährliche Lieferungen von 0,5 bis 1,0 Milliarden Kubikmeter LNG an griechische Terminals zwischen 2027 und 2031 vor. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 45,7 Milliarden US-Dollar, der Verschuldungsgrad bei 20,7 Prozent — solide Ausgangslage für den Weg in ein turbulentes zweites Quartal.

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Shell Aktie

39,18 EUR

+ 0,21 EUR +0,54 %
KGV 15,40
Sektor Energie
Div.-Rendite 4,25 %
Marktkapitalisierung 193,30 Mrd. EUR
ISIN: GB00BP6MXD84 WKN: A3C99G

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