Siemens Aktie: Baut zwei US-Werke
Siemens errichtet zwei US-Werke für Rechenzentrumstechnik, während der Auftragseingang stark wächst und die Aktie zuletzt nachgibt.
Kurz zusammengefasst
- Zwei neue US-Standorte entstehen
- Rund 1.500 Arbeitsplätze werden geschaffen
- Rechenzentrums-Aufträge mehr als verdoppelt
- Aktie verliert trotz Wachstum an Boden
Siemens baut sein Geschäft rund um Rechenzentren spürbar aus. Der Konzern investiert mehr als 200 Millionen US-Dollar in zwei neue Werke in Pendergrass (Georgia) und Grand Prairie (Texas), die elektrische Ausrüstung für Rechenzentren fertigen sollen, wie das Handelsblatt berichtete.
In den beiden Werken entstehen rund 1.500 Arbeitsplätze. Ergänzend hatte Siemens im Juli bereits 300 Millionen Euro für deutsche Werke angekündigt, die das Wachstum im KI- und Rechenzentrumsgeschäft absichern sollen.
Die Investitionsoffensive folgt auf eine deutliche Nachfragebeschleunigung. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat sich der Auftragseingang im Rechenzentrums-Geschäft laut Handelsblatt auf 6 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, das Wachstum lag im dreistelligen Prozentbereich.
Für Anleger ist das ein Signal, dass Siemens einen der am schnellsten wachsenden Industrietrends nicht nur mit Ankündigungen, sondern mit konkretem Kapitaleinsatz begleitet.
Konzernumbau schreitet parallel voran
Der Ausbau der US-Fertigung fällt in eine Phase, in der Siemens seine Konzernstruktur ohnehin neu ordnet. Die steuerliche Klärung für die geplante Abspaltung von Healthineers ist bereits vor rund einem Monat abgeschlossen worden – seither hat die Aktie rund 0,8 Prozent verloren.
Die Aktionäre beider Unternehmen sollen auf den Hauptversammlungen 2027 über die Trennung abstimmen. CEO Roland Busch hatte zudem angekündigt, die Aufsichtsratsmandate von Siemens-Vorstandsmitgliedern bei Healthineers von drei auf eins zu reduzieren – Busch und CFO Veronika Bienert legen ihre Mandate zur Healthineers-Hauptversammlung im Februar 2027 nieder.
Auch im Vorstand selbst hat sich die Struktur verschlankt: Seit Juli verantwortet Peter Körte zusätzlich die Sparte Smart Infrastructure, die Vorstandsgröße sank von sieben auf fünf Mitglieder. Diese organisatorische Straffung soll Entscheidungswege verkürzen, während der Konzern gleichzeitig milliardenschwere Wachstumsprojekte wie den Rechenzentrumsausbau stemmt.
Kurs bleibt unter Druck trotz starker Auftragslage
An der Börse hat die operative Dynamik den Kurs zuletzt nicht gestützt. Die Aktie schloss am Freitag bei 271,45 Euro, nach einem Rückgang von 6,1 Prozent auf Wochensicht und 5,1 Prozent auf Monatssicht. Damit notiert das Papier rund 6,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 291,55 Euro, das Ende August markiert wurde.
Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 276,81 Euro fällt mit 1,9 Prozent moderater aus, was auf eine eher kurzfristige Konsolidierung als auf einen Trendbruch hindeutet.
Die zugrundeliegenden Geschäftszahlen aus dem dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, veröffentlicht am 6. August, hatten bereits die solide Basis gezeigt: Im zweiten Quartal war der Auftragseingang um 18 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro gestiegen, der Umsatz um 6 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte mit 124 Milliarden Euro einen Rekordwert. Parallel läuft das im Mai angekündigte Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro weiter.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ liefert Siemens im Zukunftsfeld Rechenzentren überdurchschnittliches Wachstum und untermauert dies mit hohen Investitionen in den USA und in Deutschland. Der Aktienkurs hat diese Dynamik in den vergangenen Wochen jedoch nicht honoriert, sondern eher auf die allgemeine Marktverfassung reagiert.
Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 5. September liefert die Antwort:
Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...