Siemens Aktie: Innovationsstrategie überprüft

Siemens meldet Rekordaufträge und wachsende Margen, doch der Aktienkurs leidet unter der geplanten Abspaltung von Healthineers und Führungswechseln.

Kurz zusammengefasst:
  • Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro
  • Plan zur Abspaltung der Healthineers-Mehrheit
  • Starkes Wachstum im KI- und Datencenter-Geschäft
  • Beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm läuft

Rekordaufträge, wachsende Margen, ein historisch hoher Auftragsbestand — und trotzdem gibt die Siemens-Aktie nach. Hinter dieser Diskrepanz steckt eine tiefgreifende Konzernumstrukturierung, die den Markt derzeit mehr beschäftigt als das florierende Kerngeschäft.

Glänzendes Quartal, verhaltene Reaktion

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (zum 31. Dezember 2025) lieferte Siemens operativ auf ganzer Linie. Neuaufträge stiegen um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte acht Prozent zu. Das Industriegeschäft erzielte eine Profitmarge von 15,6 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 2,22 auf 2,80 Euro.

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Besonders bemerkenswert: Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert. Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,12 signalisiert, dass neue Aufträge schneller eingehen, als sie abgearbeitet werden — eine solide Basis für die kommenden Quartale.

Der Kurs spiegelt das alles nicht wider. Die Aktie notiert mit einem Abstand von rund elf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn gut neun Prozent verloren.

Healthineers-Abspaltung schafft Unsicherheit

Der zentrale Belastungsfaktor ist struktureller Natur. Managing Board und Aufsichtsrat haben einen Plan zur Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers genehmigt. Konkret sollen rund 30 Prozent der Healthineers-Aktien direkt an die Siemens-Aktionäre abgespalten werden, womit Siemens die Kontrollmehrheit abgibt und das Medizintechnikunternehmen mittelfristig als reine Finanzbeteiligung hält.

Zustimmungen der Hauptversammlungen und regulatorische Freigaben stehen noch aus. Detaillierte Informationen zu Zeitplan und Struktur erwartet der Markt für Anfang des zweiten Quartals 2026. Solche Übergangsphasen schaffen erfahrungsgemäß kurzfristige Unsicherheit — unabhängig davon, wie stark das operative Geschäft läuft.

Hinzu kommt ein Führungswechsel im Finanzressort: Zum 1. April 2026 übernimmt Veronika Bienert die Funktion von Ralf P. Thomas, der nach mehr als einem Jahrzehnt ausscheidet.

Rückkaufprogramm und KI-Wachstum als Gegengewicht

Siemens beschleunigt parallel sein Aktienrückkaufprogramm. Seit Programmstart im Februar 2024 flossen bereits knapp 4,4 Milliarden Euro in eigene Papiere; im März sollen 18 Millionen Aktien eingezogen werden, was die Gesamtzahl auf rund 782 Millionen reduziert. Das stützt den Gewinn je Aktie rechnerisch direkt.

Auf der Wachstumsseite liefert das Datencenter-Geschäft konkrete Impulse. Im Segment Smart Infrastructure wuchs der Umsatz um 35 Prozent, getrieben von Datencenter-Aufträgen. Allein aus den USA sicherte sich Siemens Großaufträge für Cloud- und KI-Infrastrukturprojekte im Volumen von 1,8 Milliarden Euro — ein Zuwachs von 54 Prozent in diesem Sektor. Die Partnerschaft mit NVIDIA zielt zudem darauf ab, KI-beschleunigte Industrielösungen über den gesamten Fertigungslebenszyklus zu entwickeln.

Am 13. Mai folgen die Ergebnisse des zweiten Quartals. Sollte Siemens bis dahin einen überzeugenden Fahrplan für die Healthineers-Transaktion vorlegen und das Kerngeschäft seine Dynamik bestätigen, dürfte der Abstand zwischen operativer Stärke und Kursperformance schwerer zu rechtfertigen sein.

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