Siemens liefert operativ starke Signale – und schraubt gleichzeitig am Konzernzuschnitt. Rekord-Aufträge, eine höhere Gewinnprognose und ein schnellerer Rückkauf treffen auf den wohl größten Portfolioschritt seit Jahren: die geplante Entkonsolidierung von Siemens Healthineers. Doch warum zeigt der Kurs trotz dieser Nachrichten zuletzt Schwäche?
Operativ stark – Prognose steigt
Im ersten Quartal 2026 meldete Siemens Rückenwind aus dem Tagesgeschäft. Die Gruppenaufträge stiegen um 10% auf 21,4 Mrd. Euro, der Umsatz um 8%. Im Industriegeschäft legte der Gewinn um 15% auf 2,9 Mrd. Euro zu, die Marge erreichte 15,6%. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 2,22 auf 2,80 Euro.
Auffällig bleibt der Rekord-Auftragsbestand von 120 Mrd. Euro. Mit einem Book-to-Bill von 1,12 kamen weiterhin mehr neue Bestellungen herein, als Umsatz abgearbeitet wurde. Auf dieser Basis hob Siemens die Jahresprognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 10,70 bis 11,10 Euro an. Beim Umsatzwachstum erwartet CFO Ralf Thomas die obere Hälfte der Spanne von 6% bis 8%.
Healthineers-Plan: Mehrheit soll weg
Strategisch ist die geplante Abgabe der kontrollierenden Mehrheit an Siemens Healthineers das zentrale Projekt. Vorstand und Aufsichtsrat billigten den Plan, rund 30% der Healthineers-Anteile per Direktabspaltung an Siemens-Aktionäre zu übertragen. Details zu Struktur und Zeitplan will das Unternehmen Anfang des zweiten Quartals 2026 vorlegen.
Die Transaktion benötigt noch die Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen sowie regulatorische Freigaben. Nach der Umsetzung würde Siemens die Mehrheit aufgeben und Healthineers mittelfristig als reine Finanzbeteiligung halten.
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Rückkauf beschleunigt – Aktie technisch angeschlagen
Parallel zieht Siemens den Aktienrückkauf an. Seit Februar 2024 flossen fast 4,4 Mrd. Euro in das Programm (Ermächtigung: bis zu 6 Mrd. Euro über maximal fünf Jahre). Im März sollen 18 Millionen eigene Aktien eingezogen werden – die Zahl ausstehender Aktien sinkt damit auf rund 782 Millionen. Rechnerisch verteilt sich der Gewinn dann auf weniger Anteile, was das Ergebnis je Aktie stützen kann.
Am Markt kommt das zuletzt dennoch nicht als Kurstreiber an. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 225,70 Euro, in sieben Tagen steht ein Minus von 8,33%. Der Kurs liegt zudem rund 9,67% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (249,85 Euro) und 4,12% unter dem 200-Tage-Durchschnitt (235,41 Euro) – ein Zeichen, dass die Aktie kurzfristig eher nach Halt sucht als nach Tempo.
Konkrete nächste Fixpunkte sind gesetzt: Am 1. April 2026 übernimmt Veronika Bienert den CFO-Posten. Und am 13. Mai 2026 folgen die Q2-Zahlen – dann zeigt sich, ob das hohe Auftragstempo operativ weiter trägt, während Umbau, Investitionen und Rückkäufe parallel laufen.
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