Siemens Aktie: Solid-State-Transformator mit Reinhausen
Siemens kooperiert mit Reinhausen bei einem modularen Gleichstrom-Transformator bis 36 Kilovolt und stärkt damit sein Infrastrukturportfolio.
Kurz zusammengefasst
- Modulares Konzept für bis 36 Kilovolt
- Gleichstromtechnik für Rechenzentren und Erneuerbare
- Siemens-Aktie zuletzt mit 0,4 Prozent Plus
- Jahresplus trotz jüngster Kurskonsolidierung
Siemens hat mit Reinhausen eine Partnerschaft zur Entwicklung eines Solid-State-Transformators für Gleichstrom-Anwendungen bekanntgegeben. Das Konzept ist modular aufgebaut und für Spannungen bis 36 Kilovolt ausgelegt. Damit rückt ein Baustein für den Ausbau von Gleichstromnetzen in den Fokus, die für die Anbindung erneuerbarer Energien und für Rechenzentren an Bedeutung gewinnen.
Technologie als Ergänzung zum Kerngeschäft
Solid-State-Transformatoren gelten als Schlüsselelement für flexiblere Stromnetze, weil sie Spannungen elektronisch statt rein magnetisch wandeln und sich so besser an schwankende Lasten anpassen lassen.
Für Siemens fügt sich das Vorhaben in eine Reihe von Infrastrukturinitiativen der vergangenen Wochen ein: Erst Anfang August hatte der Konzern für den Bereich Smart Infrastructure die Umsatz- und Margenprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben, kurz danach folgte die Ankündigung zweier neuer US-Werke für elektrische Infrastruktur von Rechenzentren. Die Reinhausen-Kooperation setzt diese Linie fort, ohne dass bislang konkrete Zeitpläne für eine Marktreife der Technologie genannt wurden.
Anleger bewerten solche technischen Partnerschaften selten als kursbewegendes Ereignis – anders als die Quartalszahlen von Anfang August, als Siemens einen Rekord-Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro und eine angehobene Gewinnprognose je Aktie von 11,20 bis 11,50 Euro vorlegte.
Die Kooperation mit Reinhausen liefert dennoch ein weiteres Indiz dafür, dass Siemens sein Portfolio konsequent auf den Ausbau von Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur ausrichtet.
Kurs bewegt sich seitwärts, Bewertung bleibt hoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 271,45 Euro und legte auf Tagessicht 0,4 Prozent zu. Über die vergangenen sieben Handelstage verlor das Papier hingegen 4,6 Prozent, nachdem die Kursrally der vergangenen Monate offenbar etwas Pause einlegt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 14 Prozent zu Buche, ein Zeichen dafür, dass die operative Stärke des Konzerns trotz kurzfristiger Rücksetzer weiter goutiert wird.
Die jüngste Kursschwäche dürfte weniger mit der Reinhausen-Partnerschaft als mit einer generellen Konsolidierung nach der Berichtssaison zusammenhängen.
Investoren richten den Blick nun stärker auf die praktische Umsetzung der zahlreichen im August und September angekündigten Projekte – von den US-Fabriken über die Übernahme von Precision Innovations bis zur MERMEC-Integration bei Siemens Mobility.
Die Gleichstrom-Kooperation mit Reinhausen reiht sich in dieses Bild eines Konzerns ein, der auf mehreren Feldern gleichzeitig in künftiges Wachstum investiert, auch wenn sich der unmittelbare Ertragsbeitrag solcher Technologiepartnerschaften noch nicht beziffern lässt.
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