Siemens liefert gleich mehrere Signale, die Anleger mögen: ein schnell laufendes Aktienrückkaufprogramm, ein Rekordauftragsbestand und eine angehobene Gewinnprognose. Gleichzeitig schiebt der KI-Boom das Datencenter-Geschäft an – wirft aber auch ein Schlaglicht auf mögliche strukturelle Risiken im Softwarebereich. Wie passt das zusammen?
Rückkäufe und Einziehung: Kapitalstruktur wird straffer
Das laufende Aktienrückkaufprogramm wird zügig abgearbeitet. Zwischen dem 16. und 22. Februar kaufte Siemens über Xetra weitere 354.983 eigene Aktien zurück. Grundlage ist die Ankündigung von November 2023: Bis zu 6 Milliarden Euro sind über maximal fünf Jahre vorgesehen.
Auffällig ist das Tempo. Nach rund zwei Jahren sind bereits nahezu 4,4 Milliarden Euro umgesetzt. Zusätzlich will Siemens im März 18 Millionen Schatzaktien einziehen. Damit sinkt die Zahl der Aktien (Grundkapital) auf 782 Millionen.
Operativ stark: Rekordaufträge und höherer Ausblick
Operativ untermauert Siemens den positiven Eindruck mit starken Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026. Die Aufträge stiegen vergleichbar um rund 10 Prozent auf etwa 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um rund 8 Prozent zu. Im Industriegeschäft wuchs das Ergebnis um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, die Marge lag bei 15,6 Prozent.
Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordniveau von 120 Milliarden Euro (Book-to-Bill: 1,12). Das Ergebnis je Aktie erreichte 2,80 Euro nach bereinigten 2,22 Euro im Vorjahr. Auf dieser Basis hob Siemens am 12. Februar die Gewinnprognose (EPS pre PPA) für das Gesamtjahr auf 10,70 bis 11,10 Euro an. Das vergleichbare Umsatzwachstum für 2026 bestätigte der Konzern mit 6 bis 8 Prozent; laut CFO Ralf Thomas wird nun die obere Hälfte dieser Spanne erwartet.
Datencenter treiben – Software bleibt ein Beobachtungspunkt
Ein klarer Wachstumstreiber sind Rechenzentren. Aus diesem Bereich kamen Bestellungen von 1,8 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelten sich die USA: Die Aufträge stiegen dort um 54 Prozent, der Umsatz im Segment um 35 Prozent. CEO Roland Busch sprach im Earnings Call davon, dass die Nachfrage die Erwartungen „material“ übertroffen habe.
Parallel baut Siemens die Industrial-AI-Partnerschaften aus – unter anderem mit NVIDIA und Microsoft. Ziel sind KI-beschleunigte Industrielösungen über den gesamten Produkt- und Produktionslebenszyklus. Als Blaupause soll ab 2026 die Siemens Electronics Factory in Erlangen dienen. Im Software-Bereich von Digital Industries wuchs die Annual Recurring Revenue (ARR) organisch um 10 Prozent im Jahresvergleich. Siemens verweist allerdings auch selbst darauf, dass KI mittelfristig Risiken für das Kerngeschäft mit Industriesoftware bergen kann.
Zum Gesamtbild gehört zudem der Konzernumbau: Siemens will die Mehrheitsbeteiligung an Healthineers abgeben und rund 30 Prozent der Anteile als Direktabspaltung an Siemens-Aktionäre übertragen. Die Transaktion benötigt Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen sowie regulatorische Klärungen; Details zu Zeitplan und Struktur sollen Anfang des zweiten Quartals 2026 folgen.
Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 246,20 Euro (-1,18%) und damit leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 250,66 Euro. Die nächste konkrete Wegmarke ist der 13. Mai 2026: Dann legt Siemens die nächsten Quartalszahlen vor, bevor Anfang Q2 2026 zusätzliche Details zur Healthineers-Transaktion erwartet werden.
Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 1. März liefert die Antwort:
Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
