Siemens: Bernstein hebt Kursziel auf 300 Euro
Bernstein Research bescheinigt Siemens eine massive Unterbewertung und sieht Kurspotenzial bis 300 Euro. Analysten nennen konkrete Treiber für eine Neubewertung des Industriekonzerns.

Kurz zusammengefasst
- Kursziel von 300 Euro durch Bernstein
- Bewertungsabschlag von fast 50 Prozent
- Healthineers-Abnabelung als Kurstreiber
- Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm geplant
Bei Siemens klaffen Marktwahrnehmung und fundamentale Bewertung derzeit weit auseinander. Sorgen um den anstehenden Konzernumbau und mögliche KI-Risiken im Softwaregeschäft drückten zuletzt auf die Stimmung. Analysten von Bernstein Research halten diesen Abschlag für ungerechtfertigt und sehen erhebliches Aufholpotenzial gegenüber der Konkurrenz.
Analyst Alasdair Leslie taxiert das Kursziel für den Industriekonzern nun auf 300 Euro. Seine Berechnungen zeigen eine deutliche Lücke: Siemens wird aktuell nur mit dem 13-Fachen des erwarteten operativen Gewinns gehandelt. Wettbewerber kommen im Schnitt auf einen Faktor von fast 19.
Am Markt kam die Studie gut an und trieb den Kurs am Montag an die DAX-Spitze. Zur Wochenmitte konsolidiert das Papier leicht bei 247,80 Euro. Auf Monatssicht verbucht die Aktie damit einen starken Zuwachs von gut 21 Prozent.
Katalysatoren für die Neubewertung
Um den Bewertungsabschlag abzubauen, identifiziert die US-Investmentbank konkrete Treiber für die kommenden Monate. Ein zentraler Hebel ist die Abnabelung der Medizintechnik-Tochter Healthineers. Bereits zur Quartalspräsentation Mitte Mai könnte das Segment bilanztechnisch als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen werden. Dieser Schritt würde die Konzernstruktur vereinfachen und den Wert des industriellen Kerngeschäfts transparenter machen.
Parallel dazu stützen Kapitalmaßnahmen den Kurs. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über sechs Milliarden Euro nähert sich dem Ende. Für die nächste Tranche erwarten die Experten ein Volumen von mindestens zehn Milliarden Euro. Finanziert werden könnte dies durch starke operative Mittelzuflüsse sowie mögliche Teilverkäufe von Beteiligungen an Healthineers oder Siemens Energy.
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KI-Offensive in der Industrie
Operativ treibt der Konzern derweil die Automatisierung voran. Auf der Hannover Messe präsentierte Siemens in der Vorwoche den „Eigen Engineering Agent“. Das industrielle KI-Produkt soll bei Automatisierungsaufgaben Effizienzgewinne von bis zu 50 Prozent ermöglichen. Es richtet sich an die mehr als 600.000 Nutzer des TIA Portals.
Die Markteinführung flankiert eine umfassendere Strategie. Sie ist Teil einer angekündigten Milliarden-Investition, mit der Siemens seine Position im Bereich der industriellen Künstlichen Intelligenz festigen will.
Blick auf das zweite Quartal
Der nächste Realitätscheck für die Analysten-Thesen folgt in wenigen Wochen. Im Mai legt Siemens die Berichte für das zweite Geschäftsquartal vor. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Sparte Smart Infrastructure, die als Profiteur des globalen Stromnetzausbaus und neuer Rechenzentren gilt. Liefert diese Division starke Margen, bildet sie die fundamentale Basis für die von Bernstein skizzierte Aufholjagd.
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