Siemens Energy Aktie: 300 Millionen Lizenzgebühren entfallen
Siemens Energy benennt sich in Omterra um und spart damit jährlich 300 Millionen Euro Lizenzgebühren. Die Aktie fällt dennoch im Zuge einer Marktkorrektur.

Kurz zusammengefasst
- Umbenennung zu Omterra ab 2026
- Wegfall von 300 Mio. Euro Lizenzgebühren
- Aktie fällt 3,86 Prozent im Tagesverlauf
- JPMorgan bestätigt Overweight-Einstufung
Siemens Energy trennt sich vom eigenen Namen. Der Konzern will künftig als Omterra auftreten und damit die letzte sichtbare Verbindung zum ehemaligen Mutterkonzern kappen. Der Schritt spart Geld – und genau das treibt am Donnerstag die Debatte um die Aktie.
Das Papier verliert an diesem Tag 3,86 Prozent und notiert bei 147,44 Euro. Der Kurs liegt damit rund zehn Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 163,05 Euro. Zeitgleich vermeldet das Unternehmen einen strategischen Umbau, der langfristig auf die Marge einzahlen soll.
Warum der Name Geld kostet
Nach der Abspaltung von der Siemens AG im Jahr 2020 einigten sich beide Seiten auf eine zeitlich befristete Lizenzvereinbarung. Siemens Energy durfte den Namen weiter nutzen, musste dafür aber zahlen. Im Geschäftsjahr 2024/25 beliefen sich diese Lizenzgebühren auf rund 300 Millionen Euro.
Mit dem Wechsel zu Omterra entfällt diese Zahlung früher als ursprünglich geplant. Das Unternehmen führt Siemens Energy und die Windkrafttochter Siemens Gamesa künftig unter einer gemeinsamen Marke zusammen. Der Umbau soll noch 2026 beginnen und schrittweise erfolgen.
JPMorgan-Analyst Phil Buller bestätigte seine Einstufung „Overweight“ für die Aktie. Er begründet dies mit dem früher als erwarteten Wegfall der Lizenzgebühren. Das dürfte die operative Marge des Konzerns spürbar verbessern.
Kursrückgang trotz starker Jahresbilanz
Der aktuelle Rücksetzer wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Seit Jahresanfang steht die Aktie mit 20,07 Prozent im Plus, über zwölf Monate beträgt der Zuwachs sogar 60,33 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro, erreicht am 24. April 2026, ist der Titel inzwischen 24,60 Prozent entfernt.
Der Tagesverlust dürfte daher weniger mit der Umfirmierung selbst zu tun haben als mit einer Korrektur nach der starken Rally der vergangenen Monate. Kein Wunder, dass nach einem derartigen Anstieg auch einzelne Nachrichtentage für Verkaufsdruck sorgen.
Vorstandschef Christian Bruch begründet den Zeitpunkt des Markenwechsels mit der aktuellen Aufstellung des Konzerns. Das Unternehmen sei strategisch, operativ und finanziell bereit für die eigenständige Marke, so Bruch. Das Portfolio reicht von Gas- und Dampfturbinen bis zu Windkraftanlagen über Siemens Gamesa.
Die Umbenennung zu Omterra soll im Laufe des Jahres 2026 starten. Für Anleger bleibt entscheidend, wie schnell sich der Wegfall der Lizenzgebühren tatsächlich in den Geschäftszahlen niederschlägt.
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