Siemens Energy Aktie: 320 Millionen Euro Einsparungen

Siemens Energy erhöht die Ergebnisprognose und peilt das obere Ende der Margenspanne an. Rekordaufträge, ein Gamesa-Turnaround und Einsparungen durch die Omterra-Umstellung stützen die Entwicklung.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Windkraftanlagen bei Sonnenuntergang als Symbol für Energieeffizienz und industrielle Optimierung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Prognoseanhebung auf obere Margenspanne
  • Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro
  • Gamesa erreicht erstmals positives EBITA
  • Omterra-Umstellung spart 320 Millionen Euro jährlich

Siemens Energy hat die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, rechnet das Management nun mit einer EBITA-Marge am oberen Ende der bisherigen Spanne von 10 bis 12 Prozent. Ausschlaggebend seien eine beschleunigte Profitabilitätssteigerung im Netzgeschäft und bei Gas Services.

Rückenwind aus mehreren Sparten

Die Anhebung fällt in eine Phase, in der Siemens Energy operativ mehrere positive Signale liefert. Am Freitag legte der Konzern detaillierte Kennzahlen zum dritten Quartal vor: Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert, der Umsatz kletterte um 17,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 1,28 Euro nach 0,71 Euro im Vorjahreszeitraum.

Auch die Windkraftsparte Siemens Gamesa trägt inzwischen zum Konzernbild bei. Die Tochter meldete für das dritte Quartal ein positives EBITA von 75 Millionen Euro, nach einem Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – der erste operative Turnaround seit 2022. Für den Gesamtkonzern reduziert das den Ballast, den das Windgeschäft über Jahre hinweg dargestellt hatte.

Neue Marke spart Lizenzgebühren

Parallel zur operativen Erholung treibt Siemens Energy die Umstellung auf die neue Konzernmarke „Omterra“ voran. Mit dem Namenswechsel entfallen die Zahlungen für Namensrechte an die Siemens AG. Das Unternehmen bezifferte die daraus resultierenden jährlichen Einsparungen auf rund 320 Millionen Euro. Für die Profitabilität des Konzerns ist das ein struktureller Effekt, der unabhängig von der Auftragslage wirkt und die angehobenen Margenziele zusätzlich unterstützt.

Erste Group bleibt vor der Wende skeptisch

Nicht alle Analysten haben die jüngste Entwicklung schon eingepreist. Die Erste Group hatte die Aktie bereits am 27. Juli von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft – also noch vor der Anhebung der Ergebnisprognose und den starken Quartalszahlen. Die Einschätzung markiert damit eher eine Momentaufnahme aus der Zeit vor der jüngsten Nachrichtenlage als ein aktuelles Urteil zur laufenden Entwicklung.

Aufsichtsrat berät über Konzernstruktur

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine mögliche strukturelle Weichenstellung: Der Aufsichtsrat hat laut Insiderberichten eine Sondersitzung für den 25. August anberaumt, um über eine mögliche Abspaltung des Segments „Transformation of Industry“ zu beraten. Bestätigt ist bislang nur der Termin der Sitzung selbst, nicht das Ergebnis der Beratungen. Am 11. November soll dann der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt werden – dort dürfte sich zeigen, ob die angehobene Margenprognose tatsächlich erreicht wird.

Aktie konsolidiert nach starkem Lauf

An der Börse hat die Serie positiver Nachrichten dem Kurs zuletzt kaum neue Impulse gegeben. Die Aktie schloss am Freitag bei 153,50 Euro, ein Minus von 0,35 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 27,49 Prozent zu Buche – die operative Verbesserung schlägt sich damit zumindest über das Jahr betrachtet bereits deutlich im Kursniveau nieder, auch wenn kurzfristig eine Verschnaufpause zu beobachten ist.

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Siemens Energy Aktie

144,06 EUR

+ 0,60 EUR +0,42 %
KGV 46,78
KUV 2,88
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,48 %
Marktkapitalisierung 123,82 Mrd. EUR
Ø Kursziel 196,32 EUR
ISIN: DE000ENER6Y0 WKN: ENER6Y

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