Siemens Energy Aktie: Anamyn fordert 60-Prozent-Spin-off

Ananym Capital drängt auf Trennung von der Windtochter, während das Kerngeschäft Rekordwerte erzielt und der Ausblick angehoben wird.

Redaktion Stock-World ·
Siemens Energy Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Investor fordert Gamesa-Spin-off
  • Windsparte reduziert operative Verluste
  • Rekordauftragseingang im Kerngeschäft
  • Konzern hebt Jahresprognose an

Ein aktivistischer Investor, ein zögerlicher CEO und eine Windsparte, die über die gesamte Konzernbewertung entscheidet — bei Siemens Energy verdichten sich die Fronten.

Ananym Capital hat seine Forderung nach einer Abspaltung von Siemens Gamesa erneuert. Mitgründer Charlie Penner schrieb das Management direkt an und argumentierte: Die Verluste der Windturbinen-Tochter drücken auf die Bewertung des florierenden Kerngeschäfts. Ein vollständiger Spin-off könnte Aktionären eine Rendite von bis zu 60 Prozent bescheren. CEO Christian Bruch lehnte die Idee öffentlich ab. Das Management setzt auf operative Sanierung — nicht auf Trennung.

Gamesa: Besser, aber noch kein Wendepunkt

An der Windsparte hängt mehr als nur Imagearbeit. Der Vorstand hat den Breakeven bei Gamesa zur expliziten Bedingung für die bestätigte Jahresprognose erklärt. Verfehlt die Sparte das Ziel, droht eine Prognosekorrektur — unabhängig davon, wie stark das Netzgeschäft läuft.

Die jüngsten Zahlen zeigen Fortschritt. Der operative Verlust bei Gamesa schrumpfte im zweiten Quartal auf 44 Millionen Euro — nach 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das zweite Halbjahr 2026 soll die entscheidende Wende bringen.

Kerngeschäft auf Rekordkurs

Während die Gamesa-Debatte anhält, laufen die übrigen Sparten auf Hochtouren. Der Auftragseingang sprang um fast 30 Prozent auf einen Rekordwert von 17,7 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf 154 Milliarden Euro — mit einem Book-to-Bill von 1,72. Grid Technologies peilt operative Margen zwischen 18 und 20 Prozent an. In den USA verdoppelte sich der Auftragseingang.

Auf dieser Basis hob Siemens Energy den Ausblick für 2026 an. Der Konzern erwartet nun ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 16 Prozent sowie eine Profitmarge von 10 bis 12 Prozent. Das Nettoeinkommen soll rund 4 Milliarden Euro erreichen, der Free Cashflow vor Steuern wurde auf rund 8 Milliarden Euro angehoben.

Analysten ziehen nach

JPMorgan hob das Kursziel auf 225 Euro an und bestätigte „Overweight“ — mit Verweis auf verbesserte langfristige Aussichten. Berenberg folgte mit einem Kursziel von 200 Euro und „Buy“, begründet durch den anhaltend positiven Auftragseingang. Goldman Sachs liegt mit 212 Euro ebenfalls über dem aktuellen Kurs.

Die Aktie notiert aktuell bei 182 Euro — rund 119 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom Juni 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 48 Prozent. Bis zum Allzeithoch vom April fehlen noch etwa drei Prozent.

Am 5. August legt Siemens Energy die Zahlen zum dritten Quartal vor. Zeigt Gamesa dort erkennbare Fortschritte beim Breakeven, dürfte Anamyns Spin-off-Forderung an Zugkraft verlieren. Bleibt die Wende aus, wächst der Druck auf Bruch — und auf die Prognose.

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Siemens Energy Aktie

126,60 EUR

– 8,10 EUR -6,01 %
KGV 44,98
KUV 2,90
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,53 %
Marktkapitalisierung 108,82 Mrd. EUR
Ø Kursziel 193,62 EUR
ISIN: DE000ENER6Y0 WKN: ENER6Y

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