Siemens Energy Aktie: Auftrag für North Sea Connector 2
Siemens Energy erhält Großauftrag für Nordsee-Konverter, die Aktie fällt dennoch. Geopolitische Spannungen belasten den Gesamtmarkt.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenschwerer Netzauftrag in der Nordsee
- Aktie trotz positiver Nachricht im Minus
- Geopolitische Lage belastet Gesamtmarkt
- Blick auf wichtige Unterstützung bei 142 Euro
Ein milliardenschwerer Netzauftrag, ein Kurs im Sinkflug: Bei Siemens Energy passt an diesem Freitag die Nachrichtenlage nicht zur Kursreaktion. Das Unternehmen sichert sich einen bedeutenden Netzauftrag in der Nordsee. Die Aktie fällt trotzdem.
Zuschlag für Nordsee-Anbindung
Ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables hat den Zuschlag für das Projekt „North Sea Connector 2“ erhalten. Auftraggeber ist der Netzbetreiber 50Hertz. Der Auftrag umfasst ein Offshore-Konvertersystem, das Windstrom von See ins deutsche Netz einspeist.
Die Anlage soll Ende 2034 in Betrieb gehen. Der Auftrag sichert und schafft über 500 langfristige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern. Kernkomponenten wie Transformatoren und Konverter fertigt Siemens Energy in Nürnberg und Berlin. Rund 95 Prozent der Wertschöpfung bleibt damit in Deutschland.
Kurs fällt trotz guter Nachrichten
Die Siemens Energy Aktie notiert aktuell bei 153,28 Euro. Das bedeutet ein Minus von 2,08 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 156,54 Euro. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Verlust von 8,70 Prozent zu Buche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro, erreicht am 24. April 2026, fehlen inzwischen 21,61 Prozent. Der RSI liegt bei 43,5 — ein neutraler bis leicht angeschlagener Wert. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 132,94 Milliarden Euro.
Der Blick auf die längere Frist relativiert die aktuelle Schwäche allerdings. Über zwölf Monate steht die Aktie mit 70,35 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn sind es 24,82 Prozent. Die Korrektur der vergangenen Woche ist damit eher ein Rücksetzer nach starkem Lauf als ein Trendbruch.
Geopolitik bremst den Gesamtmarkt
Der anhaltende Iran-Krieg treibt die Ölpreise und sorgt für Zurückhaltung am Aktienmarkt. Das setzt auch DAX-Schwergewichte unter Druck. Siemens Energy reagiert auf diese Volatilität sichtbar empfindlicher als der Gesamtmarkt, der am Freitag kaum Bewegung zeigt.
Zusätzlichen Rückenwind für die Branche liefert eine Entscheidung des Bundestags. Das Parlament hat den Bau von 11 Gigawatt neuen Gaskraftwerken bis 2031 gebilligt. Die Anlagen sollen künftig auch mit Wasserstoff laufen — ein Feld, auf dem Siemens Energy als führender Gasturbinen-Anbieter direkt profitiert.
Blick auf die Marke von 142 Euro
Die Verhandlungen über weitere Konverterplattformen mit Netzbetreibern laufen laut Unternehmensangaben weiter. Wachstumstreiber bleiben der Netzausbau und die steigende Nachfrage nach KI-gesteuerter Netztechnik.
Charttechnisch richtet sich der Blick nun auf den 200-Tage-Durchschnitt bei 142,73 Euro. Aktuell liegt die Aktie mit 153,28 Euro noch gut 7 Prozent darüber. Hält diese Marke, bleibt der langfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Schwäche intakt.
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