Siemens Energy Aktie: Betriebsergebnis verdreifacht auf 1,623 Milliarden

Siemens Energy meldet Rekordwerte bei Aufträgen und Gewinn, das Windgeschäft kehrt in die Gewinnzone zurück. Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen.

Dr. Robert Sasse ·
Siemens Energy Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro
  • Operatives Ergebnis mehr als verdreifacht
  • Windtochter erstmals seit 2022 profitabel
  • Aktienkurs trotz starker Zahlen verhalten

Siemens Energy hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Prognosen in den Schatten stellten. Aufträge, Umsatz und Profitabilität erreichten im dritten Geschäftsquartal neue Höchstwerte – getragen vor allem von der anhaltend starken Nachfrage in den USA. Für Anleger ist die Botschaft klar: Der Konzern wächst nicht nur, er wird dabei auch deutlich profitabler.

Auftragsflut und Gewinnsprung

Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro, ein weiterer Rekordwert. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,57 zeigt, dass deutlich mehr Bestellungen eingingen als Umsatz erwirtschaftet wurde – der Auftragsbestand wuchs entsprechend auf 162 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg vergleichbar, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro und übertraf damit den zuvor kompilierten Marktkonsens von 11,22 Milliarden Euro deutlich.

Noch eindrucksvoller fiel die Ergebnisentwicklung aus: Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis mehr als verdreifachte sich auf 1,623 Milliarden Euro, verglichen mit 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal, und lag damit über der Analystenschätzung von 1,38 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte auf 1,19 Milliarden Euro nach 697 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – rund 21 Prozent über dem von S&P Global Visible Alpha erhobenen Konsens von 983 Millionen Euro.

Windgeschäft schreibt erstmals seit Jahren schwarze Zahlen

Besonders bemerkenswert ist die Wende im Windturbinengeschäft. Siemens Gamesa erzielte im Quartal erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Ergebnis und liegt damit auf Kurs, für das Gesamtjahr 2026 die Gewinnschwelle zu erreichen. Vorstandschef Christian Bruch nannte die Entwicklung eine „fantastische Leistung“ des Teams. Der Kontrast zur Konkurrenz unterstreicht die Bedeutung dieses Schritts: Rivale GE Vernova verwies zuletzt zwar ebenfalls auf steigende Rechenzentrums-Aufträge als Wachstumstreiber, musste aber einräumen, dass sein eigenes Windgeschäft weiterhin Verluste schreibt.

Das Management bestätigte die im Frühjahr angehobene Jahresprognose und stellte in Aussicht, die Marge vor Sondereffekten am oberen Ende der Zielspanne von 10 bis 12 Prozent zu erreichen. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Siemens Energy weiterhin mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum zwischen 14 und 16 Prozent, einem Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro und einem freien Cashflow vor Steuern von etwa 8 Milliarden Euro.

Analysten reagieren mit höheren Kurszielen

Die Reaktion der Analysten fiel überwiegend positiv aus. JPMorgan bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Overweight“ mit dem höchsten Kursziel der von Bernstein Research beobachteten Häuser von 235 Euro. Bernstein-Analyst Alasdair Leslie beließ seine Bewertung bei „Outperform“ mit einem Kursziel von 210 Euro und verwies auf die beeindruckende Auftragslage im Gaskraftwerksgeschäft sowie die starke Profitabilität; er hatte eine positive Investorenreaktion erwartet. Weitere Häuser wie Jefferies und RBC bekräftigten ihre positiven Einstufungen mit Kurszielen zwischen 210 und 215 Euro.

Vor der Zahlenvorlage war die Analystengemeinde noch gespalten: Am 28. Juli lag das durchschnittliche Kursziel bei 193,80 Euro, wobei zwischen den Häusern mehr als 100 Euro Differenz lagen. Während UBS-Analyst Christopher Leonard sein Kursziel von 175 auf 210 Euro anhob, stufte Barclays-Analyst Vlad Sergievskii die Aktie auf „Underweight“ herab und sah trotz einer leichten Anhebung des Kursziels auf 130 Euro das Risiko eines bereits erreichten Zyklushochs.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse fiel die Reaktion trotz der starken Zahlen gedämpft aus. Nach einem Eröffnungssprung auf 157,77 Euro und einem Tageshoch von 158,80 Euro gab die Aktie den Gewinn wieder ab. Marktanalyst Timo Emden von Captrader warnte vor übertriebener Euphorie. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 153,50 Euro und damit rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,13 Prozent, seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 27 Prozent im Plus.

Parallel zu den Quartalszahlen treibt Siemens Energy die für Juli angekündigte Umbenennung in die gemeinsame Marke Omterra voran, unter der die bisherigen Einheiten Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy zusammengeführt werden sollen. Der Schritt soll dem Konzern einen möglicherweise dreistelligen Millionenbetrag jährlich ersparen, der bislang der Siemens AG für die Markennutzung zusteht. Zudem läuft bis Ende September die zweite Tranche des bis zu eine Milliarde Euro schweren Aktienrückkaufs, eingebettet in ein Gesamtprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahresende 2027/28. Die nächsten Quartalszahlen werden für den 11. November erwartet.

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Siemens Energy Aktie

153,50 EUR

– 0,54 EUR -0,35 %
KGV 60,74
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,46 %
Marktkapitalisierung 130,76 Mrd. EUR
ISIN: DE000ENER6Y0 WKN: ENER6Y

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