Siemens Energy Aktie: Bruch warnt vor Sabotageangriffen
Siemens Energy steigert Umsatz und Gewinn deutlich, hebt die Jahresziele an und warnt zugleich vor Angriffen auf die deutsche Energieinfrastruktur.
Kurz zusammengefasst
- Bruch warnt vor gezielten Infrastrukturangriffen
- Umsatz wächst im dritten Geschäftsquartal
- Jahresziele erneut nach oben korrigiert
- Aktie bleibt unter dem 50-Tage-Schnitt
Christian Bruch schlägt Alarm. Der Vorstandschef von Siemens Energy warnt vor gezielten Sabotageangriffen auf die deutsche Energieinfrastruktur und erklärt, Deutschland gerate dabei stärker ins Visier als andere europäische Länder. Bruch fordert von der Bundesregierung ein strukturiertes Vorgehen gegen diese Bedrohung. Die Warnung trifft einen Konzern, der operativ gerade eine seiner stärksten Phasen seit Jahren durchläuft.
Rekordzahlen als Kontrastfolie
Erst am Mittwoch hatte Siemens Energy Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vorgelegt, die die Erwartungen deutlich übertrafen. Der Umsatz stieg vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, die bereinigte EBITA-Marge erreichte 14,2 Prozent.
Der Gewinn nach Steuern kletterte auf 1,2 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie lag mit 1,26 Euro rund 8,6 Prozent über der Prognose. Auch beim Auftragseingang meldete der Konzern ein Rekordniveau von 17,9 Milliarden Euro, wovon etwa ein Fünftel auf das Geschäft mit Rechenzentren entfiel.
Diese Dynamik veranlasste das Management, die Jahresprognose erneut anzuheben: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Siemens Energy nun mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, einer bereinigten Marge von 10 bis 12 Prozent sowie einem Nettogewinn von etwa 4 Milliarden Euro.
Der freie Cashflow vor Steuern soll sich auf rund 8 Milliarden Euro belaufen – deutlich mehr als die zuvor in Aussicht gestellten 4 bis 5 Milliarden Euro. Auch die Windkraftsparte Siemens Gamesa trägt inzwischen zum positiven Bild bei: Erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 schreibt sie wieder schwarze Zahlen, den angepeilten Break-even für 2026 sieht der Konzern in Reichweite.
Sicherheitswarnung trifft auf strategischen Umbruch
Bruchs Äußerungen zur Sabotagegefahr fallen in eine Phase, in der Siemens Energy ohnehin im Umbruch steckt. Der Konzern bereitet die Verselbstständigung oder den Verkauf seiner Sparte „Transformation of Industry“, zu der auch das Dampfturbinengeschäft gehört, vor und hat dafür Goldman Sachs als Berater engagiert.
Als mögliche Käufer werden Finanzinvestoren wie CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR gehandelt, die Bewertung der Sparte wird auf mehr als 10 Milliarden Euro taxiert.
Parallel dazu bereitet der Konzern einen Markenwechsel vor: Siemens Energy und Siemens Gamesa sollen unter dem neuen Namen „Omterra“ zusammengeführt werden, da die zeitlich begrenzte Lizenzvereinbarung für die Marke Siemens ausläuft.
Für Anleger verbindet Bruchs Warnung zwei Ebenen: die geopolitische Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur und die zentrale Rolle, die Siemens Energy beim Ausbau eben dieser Infrastruktur spielt. Ein Konzern, dessen Geschäft vom globalen Netzausbau und dem steigenden Strombedarf durch Rechenzentren profitiert, ist zugleich exponiert, wenn genau diese Netze zum Ziel von Angriffen werden.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse zeigte die Aktie zuletzt keine großen Ausschläge. Am Freitag schloss das Papier bei 147,08 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Rückgang von 2,7 Prozent zu Buche, der Kurs notiert damit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 152,86 Euro.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 22 Prozent im Plus, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro im April besteht jedoch weiterhin deutlicher Abstand. Die operative Stärke des Konzerns spiegelt sich damit bislang nur teilweise im Kursverlauf wider.
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