Der Münchner Energietechnik-Konzern startet mit einem strategischen Doppelschlag in das Jahr 2026. Neben der vollständigen Übernahme im lukrativen Servicegeschäft kündigt das Management eine massive Investitionsoffensive an, um die explodierende Nachfrage durch KI-Rechenzentren zu bedienen. Während die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt hat, untermauern die fundamentalen Weichenstellungen den Anspruch auf Marktführerschaft.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
* Strategischer Zukauf: Übernahme der restlichen 50 Prozent an RWG für 151 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
* Milliarden-Investition: 2 Milliarden Euro fließen bis 2028 in den Ausbau der Transformatoren-Sparte.
* Starke Performance: Ein Kursplus von über 136 % in den letzten 12 Monaten.
Volle Kontrolle im Service-Geschäft
Pünktlich zum Jahreswechsel hat Siemens Energy eine wichtige Lücke in seiner Konzernstruktur geschlossen. Am 31. Dezember 2025 finalisierte das Unternehmen den Kauf des 50-Prozent-Anteils an der RWG (Repair & Overhauls) Limited von der britischen John Wood Group. Damit sichern sich die Münchner die alleinige Kontrolle über das auf Gasturbinen spezialisierte Joint Venture.
Dieser Schritt ist mehr als eine reine Portfolio-Bereinigung. Durch die vollständige Integration des margenstarken Servicegeschäfts vereinfacht der Konzern seine Steuerungsmechanismen und erhöht die Qualität der Erträge im wichtigen After-Sales-Segment.
Wette auf den KI-Boom
Noch schwerer wiegt die Ankündigung im Bereich Grid Technologies. Um dem weltweit steigenden Energiebedarf – getrieben durch den Ausbau von KI-Rechenzentren und die Energiewende – gerecht zu werden, investiert Siemens Energy bis 2028 rund 2 Milliarden Euro.
Ein Kernstück dieser Offensive ist der Standort Nürnberg. Hier wird die Produktionskapazität für Transformatoren um etwa 50 Prozent erweitert, was 350 neue Arbeitsplätze schafft. Bereits im September legte der Konzern den Grundstein für eine Flächenerweiterung um 16.000 Quadratmeter. Das Management reagiert damit direkt auf die angespannte Angebotssituation am Weltmarkt, wo Wartezeiten für leistungsfähige Netzanlagen zum Flaschenhals der Digitalisierung werden.
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Dividenden-Comeback und Rekordaufträge
Die operative Stärke spiegelt sich in den Büchern wider. Mit einem Auftragsbestand von 138 Milliarden Euro verfügt das Unternehmen über einen massiven Sicherheitspuffer, der die Werksauslastung über Jahre garantiert. Besonders die Netzsparte verzeichnete zuletzt eine außergewöhnlich hohe Nachfrage aus den USA und Europa.
Diese finanzielle Stabilität ermöglicht auch eine Rückkehr zur Aktionärsfreundlichkeit. Nach vier Jahren Pause plant Siemens Energy für das Geschäftsjahr 2025 wieder eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie. Flankiert wird dies von einem Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro und angehobenen Mittelfristzielen, die für 2028 nun eine Gewinnmarge von 14 bis 16 Prozent vorsehen.
Warnsignal Überhitzung?
An der Börse wird die operative Trendwende honoriert. Die Aktie notiert aktuell bei 128,40 Euro und konnte seit Jahresanfang bereits um 4,56 % zulegen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt ist auf über 33 % angewachsen, was die Dynamik der Aufwärtsbewegung unterstreicht.
Allerdings mahnen technische Indikatoren zur Vorsicht. Mit einem RSI (Relative Strength Index) von 85,4 befindet sich der Titel in einem extrem überkauften Bereich. Auch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom 24. Dezember 2025, der bei rund 9,5 % liegt, zeigt, dass der Markt nach der jüngsten Rally eine Atempause einlegt.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 bleibt der Ausblick dennoch positiv. Das Management erwartet ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent. Sollte es dem Konzern gelingen, die hohen Auftragsbestände effizient abzuarbeiten und die neuen Kapazitäten schnell hochzufahren, dürfte die fundamentale Bewertung die ambitionierten Kursziele langfristig stützen.
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