Siemens Energy Aktie: Gamesa-Cashflow bei -654 Millionen
Trotz eines neuen Auftragshochs gerät die Siemens-Energy-Aktie unter Druck. Die hohe Bewertung und die anhaltenden Probleme bei Gamesa belasten den Kurs.
Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt auf 50-Tage-Durchschnitt
- Rekordauftragseingang von 17,7 Milliarden Euro
- Gamesa mit negativem Free Cashflow
- Analysten uneins über Kursziele
Nach einer Verdopplung des Kurses innerhalb von zwölf Monaten kommt Siemens Energy ins Straucheln. Am Donnerstag verliert die Aktie rund 4,4 Prozent auf 167,36 Euro — und landet damit exakt auf dem 50-Tage-Durchschnitt bei 167,11 Euro. Das ist keine Kleinigkeit.
Rekordaufträge, aber eingepreist
Fundamental betrachtet läuft das Geschäft. Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Auftragseingang mit 17,7 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch — die Konsenserwartung lag bei 15,6 Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand wuchs auf 154 Milliarden Euro. Treiber ist vor allem die Sparte Grid Technologies, die vom weltweiten Ausbau der Netzinfrastruktur für Rechenzentren und KI-Anwendungen profitiert.
Das Problem: Viel davon steckt längst im Kurs. Mit einem KGV von über 60 für das laufende Jahr ist die Bewertung ambitioniert. Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits 36 Prozent zugelegt, über zwölf Monate sogar knapp 95 Prozent. Bei solchen Bewertungen reicht eine leichte Enttäuschung, um Gewinnmitnahmen auszulösen.
Gamesa bleibt das Sorgenkind
Während das Kerngeschäft glänzt, belastet die Windtochter Siemens Gamesa weiterhin die Bilanz. Der negative Free Cashflow der Sparte weitete sich im Berichtsquartal auf -654 Millionen Euro aus. Institutionelle Investoren werden bei Kursen nahe der Rekordmarken genau das im Blick behalten.
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Die Analystenmeinungen könnten kaum weiter auseinandergehen. JPMorgan hält an „Overweight“ mit einem Kursziel von 225 Euro fest und verweist auf Potenzial durch asiatische Investoren im KI-Sektor. Barclays hingegen sieht den fairen Wert bei lediglich 110 Euro — eine Diskrepanz, die die ungelöste Frage rund um Gamesas langfristige Profitabilität widerspiegelt.
Technisch an der Kippe
Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Mit einem Abstand von rund 26 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt notiert die Aktie weit über ihrer langfristigen Trendlinie. Der RSI von 56,7 zeigt keinen überverkauften Zustand an — technisch ist also noch Luft nach unten.
Entscheidend ist jetzt, ob der 50-Tage-Durchschnitt als Unterstützung hält. Bricht die Aktie darunter, wäre die nächste relevante Zone der 100-Tage-Durchschnitt bei 158,39 Euro. Das Jahreshoch vom 24. April bei 188,00 Euro liegt rund 11 Prozent entfernt — ein Niveau, das Siemens Energy nur wieder erreichen dürfte, wenn Gamesa schneller als erwartet in die Gewinnzone dreht.
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