Siemens Energy Aktie: Gamesa erstmals seit 2022 profitabel
Siemens Energy meldet Rekordumsatz und -aufträge, Windsparte erstmals seit 2022 profitabel. Analysten heben Kursziele an.

Kurz zusammengefasst
- Höchster Quartalsumsatz der Firmengeschichte
- Windkraft-Segment wieder profitabel
- Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 210 Euro
- Großauftrag für Offshore-Netzanbindung erhalten
Siemens Energy hat mit den Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 die höchsten Quartalsumsatzerlöse der Unternehmensgeschichte erzielt. Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro und markiert damit ein Rekordniveau. Die Aktie notiert aktuell bei 162,86 Euro und liegt damit 4,9 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.
Rekordumsatz und profitables Windgeschäft
Die am 5. August veröffentlichten Zahlen zeigen ein Unternehmen, das seine Wachstumsdynamik über nahezu alle Sparten hinweg beschleunigt. Die Umsatzerlöse stiegen auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Sondereffekten erreichte 1.623 Millionen Euro, der Free Cashflow vor Steuern sprang auf 2.319 Millionen Euro – im Vorjahresquartal hatte dieser Wert noch bei 419 Millionen Euro gelegen.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Das Segment schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen. CEO Christian Bruch brachte es auf den Punkt: Das Windgeschäft sei erstmals seit 2022 in einem Quartal wieder profitabel gewesen. Für einen Konzern, der jahrelang unter der Sanierung dieses Bereichs litt, ist das ein bedeutender Wendepunkt.
Auch die übrigen Sparten liefern kräftige Impulse. Gas Services verzeichnete einen Rekordauftragseingang, während Grid Technologies und Transformation of Industry ebenfalls deutlich zulegten. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,57 signalisiert, dass Siemens Energy deutlich mehr Aufträge einsammelt, als es abarbeitet. Der Auftragsbestand wuchs entsprechend auf 162 Milliarden Euro.
Prognose bestätigt, Kursziele angehoben
Das Management bestätigte die Jahresprognose: Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern weiterhin mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und einer Ergebnismarge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent.
Beim Gewinn nach Steuern peilt das Unternehmen rund 4 Milliarden Euro an, beim Free Cashflow vor Steuern rund 8 Milliarden Euro. Bereits im Mai hatte Siemens Energy die Wachstumsprognose von zuvor 11 bis 13 Prozent angehoben – die Zahlen aus dem dritten Quartal untermauern nun, dass diese Anhebung berechtigt war.
Die Reaktion der Analysten fiel überwiegend positiv aus. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel am 10. August von 200 auf 210 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Bereits Ende Juli hatte UBS-Analyst Christopher Leonard sein Kursziel von 175 auf 210 Euro erhöht und ebenfalls zum Kauf geraten.
Nicht alle Stimmen waren so euphorisch: Barclays-Analyst Vlad Sergievskii hatte die Aktie Ende Juli von „Equal Weight“ auf „Underweight“ heruntergestuft, gleichzeitig aber das Kursziel von 110 auf 130 Euro angehoben – ein Hinweis darauf, dass selbst kritische Stimmen die operative Verbesserung anerkennen, die Bewertung nach dem starken Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate aber für ausgereizt halten.
Großauftrag unterstreicht Netzgeschäft
Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein Großauftrag im Offshore-Netzgeschäft: Zusammen mit Dragados erhielt Siemens Energy von Amprion Offshore GmbH den Zuschlag für Konverterstationen der Projekte DolWin4 und BorWin4. Medienberichten zufolge bewegt sich der Auftragswert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich und gilt als größter Offshore-Netzanbindungsauftrag, den das Unternehmen bislang erhalten hat.
Die Kombination aus Rekordzahlen, einer wieder profitablen Windsparte und einem prall gefüllten Auftragsbuch liefert der Aktie derzeit ein solides Fundament. Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die für Ende August erwarteten strukturellen Entscheidungen rund um die Sparte Transformation of Industry.
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