Siemens Energy Aktie: Gamesa-Verlust auf 44 Millionen gesenkt

Rekordaufträge durch KI-Rechenzentren und Fortschritte bei Gamesa stehen schwächeren Margen im Gasgeschäft gegenüber.

Redaktion Stock-World ·
Siemens Energy Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rekordhoch beim Auftragseingang
  • KI-Rechenzentren als Wachstumstreiber
  • Gamesa reduziert operative Verluste deutlich
  • Aktienrückkauf auf 3 Milliarden Euro erhöht

Starke Aufträge, schwächere Aktie — bei Siemens Energy prallen gerade zwei Geschichten aufeinander. Der Energietechnikkonzern profitiert massiv vom Stromhunger der KI-Industrie. Am Markt reicht das am Freitag dennoch nicht für weitere Kursgewinne.

Am Freitagmittag notierte die Aktie bei 169,70 Euro und verlor 4,68 Prozent. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Plus von 38,19 Prozent zu Buche — der Rücksetzer trifft also auf eine zuvor stark gelaufene Aktie.

KI treibt den Auftragseingang

Der Auftragseingang erreichte im Berichtsquartal einen Rekord. Das Volumen stieg um 30 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, während der Umsatz um neun Prozent zulegte. Der wichtigste Treiber ist der Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz.

Besonders sichtbar wird das im Gasturbinen-Geschäft. Inzwischen geht jede vierte verkaufte Turbine an ein Rechenzentrum. Für Siemens Energy ist das mehr als ein Sonderzyklus: KI-Anwendungen brauchen verlässliche Stromversorgung, und genau dort liegen die Stärken des Konzerns.

Parallel dazu hilft der Ausbau der Hochspannungsnetze. Mehr erneuerbare Energie, mehr Last durch Rechenzentren und mehr grenzüberschreitender Stromhandel erhöhen den Investitionsdruck bei Netzbetreibern. Siemens Energy sitzt damit an einem Engpass, der auf Jahre relevant bleiben dürfte.

Gamesa entlastet die Story

Die zweite wichtige Nachricht kommt aus der Windsparte. Siemens Gamesa, lange der größte Belastungsfaktor im Konzern, reduzierte den operativen Verlust im Berichtsquartal auf 44 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum lag das Minus noch bei 249 Millionen Euro.

Das ist kein fertiger Turnaround, aber ein klarer Fortschritt. Das Management hält am Ziel fest, Gamesa bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres an den Break-even zu führen. Kein Wunder, dass die Sparte für die Bewertung der Aktie eine zentrale Rolle spielt.

Mehrere Analysten haben ihre Kursziele zuletzt in Richtung 200 Euro verschoben. Die Begründung liegt auf der Hand: Wenn Gamesa weniger Geld verbrennt und das Netz- sowie Turbinengeschäft weiter wächst, verändert sich das Ertragsprofil des Konzerns deutlich.

Margen bremsen die Euphorie

Der Kursrückgang zeigt aber auch, wo der Markt empfindlich bleibt. Im klassischen Gasgeschäft fielen die Margen schwächer aus als erhofft. Nach der starken Rallye reichten diese Zweifel, um Gewinnmitnahmen auszulösen.

Beim Vorsteuer-Free-Cashflow meldete Siemens Energy ein Plus von 42 Prozent. Das schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Für 2026 soll das Aktienrückkaufvolumen auf 3 Milliarden Euro steigen; zuvor waren 2 Milliarden Euro geplant. Diese Beschleunigung stützt die Kapitalmarktstory, ersetzt aber keine Margenverbesserung im Kerngeschäft.

Der Kursrückgang wirkt deshalb weniger wie ein Bruch der Investmentstory als wie eine Neubewertung nach starkem Lauf. Die Auftragslage spricht weiter für Siemens Energy, der Markt schaut nun genauer auf die Qualität der Gewinne: Gamesa muss den eingeschlagenen Pfad halten, und das Gasgeschäft darf bei der Marge nicht weiter enttäuschen.

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Siemens Energy Aktie

132,02 EUR

– 1,58 EUR -1,18 %
KGV 45,33
KUV 2,90
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,52 %
Marktkapitalisierung 113,47 Mrd. EUR
Ø Kursziel 197,42 EUR
ISIN: DE000ENER6Y0 WKN: ENER6Y

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