Siemens Energy Aktie: North Sea Connector bis 2034
Siemens Energy erhält Zuschlag für Nordsee-Konverter und verteidigt die 200-Tage-Linie. Der Auftrag sichert langfristige Erlöse aus der Energiewende-Infrastruktur.

Kurz zusammengefasst
- Konverterauftrag für Nordsee-Verbindung erhalten
- Aktie verteidigt wichtige 200-Tage-Unterstützung
- Über 500 neue Stellen in Mecklenburg-Vorpommern
- Kursziel: Sprung über 50-Tage-Linie nötig
Während die Tech-Branche um jeden Prozentpunkt KI-Fantasie zittert, verdient Siemens Energy sein Geld mit etwas viel Handfesterem: Kupfer, Stahl und Genehmigungen. Am Freitag stieg die Aktie um 2,33 Prozent auf 149,20 Euro. Der eigentliche Treiber sitzt aber nicht im Chartbild, sondern in einem Auftrag, der bis ins Jahr 2034 reicht.
Ein Auftrag mit Ablaufdatum 2034
Siemens Energy hat gemeinsam mit einem Partner den Zuschlag für das Konvertersystem des „North Sea Connector 2″ erhalten. Das Projekt trägt den Namen LanWin6 (DC32) und soll Windstrom von der Nordsee bis tief ins deutsche Hinterland transportieren. Die Inbetriebnahme ist erst für Ende 2034 geplant.
Für Trader, die in Tagen denken, klingt das nach ferner Zukunft. Für langfristige Investoren ist genau das der Punkt. Hier entsteht keine spekulative Softwarewette, sondern kritische Infrastruktur, die über Jahrzehnte Cashflows sichert. Mit einer Marktkapitalisierung von 124,36 Milliarden Euro ist Siemens Energy längst kein Sanierungsfall mehr. Der Konzern hat sich zum Schwergewicht der europäischen Energiewende entwickelt.
Der Markt testet den 200-Tage-Schnitt
Ganz so glatt lief es zuletzt nicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro, erreicht am 24. April, trennt die Aktie noch immer eine Lücke von fast 24 Prozent. Die Konsolidierung der vergangenen 30 Tage kostete rund acht Prozent.
Am Freitag hat sich das Bild aber gedreht. Der Schlusskurs liegt nur knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 146,10 Euro – eine Linie, die als langfristiger Trendanker gilt. Dass Siemens Energy sie verteidigt hat, ist ein Signal für die kommende Handelswoche. Der RSI steht bei 47,7. Das bedeutet: Die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft, sondern hat noch Raum nach oben, bevor Analysten von Überhitzung sprechen würden.
Die Netzanschlusslawine rollt
Was diese Erholung trägt, ist kein reines Kursphänomen. Branchenexperten sprechen derzeit von einer regelrechten Netzanschlusslawine. Während andere Industriekonzerne über schwache Nachfrage klagen, kämpft Siemens Energy eher mit der eigenen Kapazität.
Ein Beispiel dafür: Allein für ein neues Netzprojekt in Mecklenburg-Vorpommern schafft der Konzern über 500 neue Arbeitsplätze. Das ist keine Randnotiz. Es zeigt, wie sehr sich die europäische Energiewende inzwischen an physischen Engpässen entscheidet – nicht an Algorithmen, sondern an Baustellen, Fachkräften und Kupferkabeln.
Was die neue Woche entscheidet
Die eigentliche Bewährungsprobe liegt jetzt vor der Aktie. Kann Siemens Energy den 200-Tage-Durchschnitt nachhaltig hinter sich lassen, oder bleibt es bei einem kurzen Aufbäumen? Die nächste Hürde wartet bei der 50-Tage-Linie von 157,29 Euro, aktuell noch gut fünf Prozent entfernt.
Ein Ausbruch über dieses Niveau könnte der seit Jahresbeginn aufgebauten Performance von knapp 24 Prozent neuen Schub geben. Siemens Energy bleibt damit eine Wette auf die Realwirtschaft. Wer überzeugt ist, dass die Energiewende ohne massive Investitionen in physische Infrastruktur scheitert, kommt an diesem Titel kaum vorbei.
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