Siemens Energy Aktie: Omterra löst Siemens-Marke ab
Siemens Energy übertrifft Erwartungen: Gamesa zurück in Gewinnzone, Rekordaufträge dank US-Rechenzentren, Umfirmierung zu Omterra geplant.

Kurz zusammengefasst
- Gamesa erstmals seit 2022 profitabel
- Rekordauftragsbestand von 162 Milliarden Euro
- Umbenennung zu Omterra spart Lizenzgebühren
- Aktie trotz positiver Zahlen leicht schwächer
Siemens Energy hat am Mittwoch die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und gleichzeitig eine tiefgreifende Markenreform angekündigt. Der Umsatz kletterte auf 11,4 Milliarden Euro, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Parallel teilte das Unternehmen mit, sich künftig vom Namen und der Markenlizenz der Siemens AG zu lösen und als „Omterra“ auftreten zu wollen.
Windtochter Gamesa dreht ins Plus
Besonders bemerkenswert fiel die Entwicklung der Windkrafttochter Siemens Gamesa aus: Sie erzielte im Quartal ein operatives Ergebnis von 75 Millionen Euro und kehrte damit erstmals seit 2022 in die Gewinnzone zurück. Über Jahre hatte die Sparte die Konzernbilanz mit Verlusten belastet, nun trägt sie zum ersten Mal wieder positiv zum Ergebnis bei. Siemens Energy nutzte die starke operative Entwicklung, um die EBITA-Margenprognose für das laufende Geschäftsjahr auf das obere Ende der zuvor kommunizierten Spanne von 10 bis 12 Prozent anzuheben.
Rekordauftragsbestand durch US-Rechenzentren
Zum Stichtag 30. Juni erreichte der Auftragsbestand des Konzerns mit 162 Milliarden Euro einen historischen Höchststand. Treiber ist vor allem die Netztechnik-Sparte, die von der massiven Nachfrage nach Stromversorgung für Rechenzentren in den USA profitiert. Diese Entwicklung passt zu jüngeren Investitionsentscheidungen: Mitte Juli feierte Siemens Energy den Spatenstich für ein neues Werk zur Fertigung von Leistungstransformatoren im US-Bundesstaat Mississippi, das den steigenden Netzausbaubedarf im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz abdecken soll. Im Juni hatte der Konzern zudem die Vereinbarung zur Übernahme der Camlin Group unterzeichnet, die das Portfolio um digitale Überwachungstechnik für Netzinfrastruktur erweitert, sowie einen Auftrag eines deutschen Übertragungsnetzbetreibers zum Bau einer 2-Gigawatt-Konverter-Plattform in der Nordsee erhalten; der Abschluss steht noch aus und wird vor Ende 2026 erwartet.
Neue Marke soll Lizenzkosten sparen
Der Vorbereitungsprozess für eine eigenständige Marke war bereits Mitte Juli angelaufen. Nun wurde laut einem Bericht der Welt der konkrete Name bekannt: Omterra. Ziel der Umbenennung ist neben einer klareren Abgrenzung von der Siemens AG vor allem die Einsparung von Lizenzgebühren, die sich nach dem Bericht auf rund 320 Millionen Euro jährlich belaufen. Für einen Konzern dieser Größenordnung wäre das ein spürbarer Effekt auf die Kostenseite, auch wenn der Umbau der Marke selbst Zeit und Aufwand erfordern dürfte.
Analysten reagieren positiv, Aktie verhalten
Die Analysten von RBC bestätigten am Mittwoch ihre Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 210,00 Euro. Begründet wurde dies mit dem starken operativen Ergebnis, das den Marktkonsens um 13 Prozent übertroffen habe. Bereits Ende Juli, im Vorfeld der Quartalszahlen, hatte die Deutsche Bank ihre Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 200,00 Euro versehen.
Trotz der positiven Nachrichtenlage reagierte die Aktie am Tag der Veröffentlichung verhalten: Der Schlusskurs sank um 1,54 Prozent auf 151,20 Euro. Anleger scheinen die guten Nachrichten zumindest kurzfristig bereits eingepreist zu haben. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz jedoch deutlich positiv: Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Plus von 25,58 Prozent zu Buche.
Ausblick
Der Konzern hatte bereits im Februar die erste Dividende seit dem Börsengang beschlossen, 0,70 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2025, und im November 2025 ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 6 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2028 angekündigt. Die nächste wichtige Wegmarke folgt am 11. November, wenn Siemens Energy die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 vorlegt. Zuvor stehen für das Unternehmen im September Auftritte auf der Corporate Conference von Commerzbank und ODDO BHF sowie bei einer Industriekonferenz von Morgan Stanley an.
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