Siemens Energy Aktie: Q3-Auftragseingang 17,9 Milliarden
Siemens Energy schließt sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm ab. Analysten starten mit Kaufempfehlung, während Rekordquartal und Rechenzentrums-Aufträge die Aktie stützen.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro abgeschlossen
- BOC International startet mit Kaufempfehlung
- Rekordquartal mit 17,9 Mrd. Euro Auftragseingang
- 20 Gasturbinen für Rechenzentrums-Projekt geliefert
Siemens Energy hat sein Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Zwischen dem 4. Juni und dem 14. August erwarb der Konzern insgesamt 6.467.098 eigene Aktien, das entspricht 0,751 Prozent des Grundkapitals.
Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 154,63 Euro je Aktie, das Gesamtvolumen bei knapp einer Milliarde Euro. Damit fällt ein Kapitalmarkt-Kapitel, das den Kurs monatelang begleitet hat, endgültig weg – zuletzt hatte das Unternehmen im Zeitraum vom 3. bis zum 9. August noch 694.400 weitere Aktien eingesammelt und den kumulierten Bestand seit Programmstart auf knapp sechs Millionen Stück getrieben.
Neue Kaufempfehlung stützt die Story
Parallel zum Rückkaufende hat das Analysehaus BOC International vor rund zwei Wochen die Coverage von Siemens Energy mit einer Kaufempfehlung aufgenommen.
Die frische Einstufung fällt in eine Phase, in der der Konzern operativ auf Rekordkurs liegt: Im dritten Geschäftsquartal, das Anfang August gemeldet wurde, verbuchte Siemens Energy einen Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro sowie einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro.
Das Ergebnis vor Sondereffekten belief sich auf 1,623 Milliarden Euro. Das Management bestätigte zugleich die bereits angehobene Jahresprognose mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und einer Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent.
Wachsende Nachfrage nach Gasturbinen und Generatoren
Auch operativ mehren sich positive Signale abseits der Bilanzkennzahlen. Ein Bericht zur globalen Gasstromerzeugung brachte Siemens Energy jüngst mit Investitionen in die Weiterentwicklung gasbefeuerter Kraftwerksausrüstung in Verbindung, wobei die USA als zentraler Nachfragemarkt genannt wurden.
Zudem wurde bekannt, dass Babcock & Wilcox ein Rechenzentrums-Energiegeschäft im Gigawatt-Bereich eingefädelt hat, in dessen Rahmen 20 Dampfturbinen-Generatoren von Siemens Energy zum Einsatz kommen sollen – eine Meldung, die dem Papier an einem Handelstag Auftrieb verschaffte. Solche Aufträge unterstreichen, wie stark der Boom bei Rechenzentren mittlerweile auch auf den klassischen Kraftwerksausrüster durchschlägt.
Abspaltungsdebatte bleibt im Hintergrund
Der Aufsichtsrat hatte sich bereits vor gut einer Woche mit einer möglichen Abspaltung einer Sparte befasst, seither hat die Aktie rund 5,2 Prozent verloren. Dieses Thema ist inzwischen eingepreist und tritt gegenüber dem operativen Newsflow – Rekordquartal, abgeschlossener Rückkauf, neue Analystenmeinung und frische Aufträge im Wachstumsfeld Rechenzentren – in den Hintergrund.
Kursniveau nach turbulenten Wochen
Vorbörslich notiert die Aktie bei 152,38 Euro und damit leicht unter ihrem Schlusskurs vom Freitag von 153,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 6,4 Prozent zu Buche, was die jüngste Unsicherheit rund um die Abspaltungsdebatte widerspiegelt.
Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch mit 27 Prozent im Plus – ein Beleg dafür, dass die fundamentale Story trotz kurzfristiger Rücksetzer intakt bleibt. Anleger dürften nun auf weitere Details zur möglichen Sparten-Abspaltung sowie auf zusätzliche Aufträge im Bereich Kraftwerksausrüstung und Rechenzentren-Energie achten.
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