Siemens Energy Aktie: Todeskreuz nach Rekordhoch
Ein Chartwarnsignal und ein Aktienverkauf belasten, während Analysten an positiven Kurszielen festhalten.

Kurz zusammengefasst
- Aktie deutlich unter April-Höchststand
- Aufsichtsrat veräußerte 1.100 Siemens-Energy-Aktien
- 50-Tage-Linie unterschritt den 200-Tage-Durchschnitt
- J.P. Morgan hält an Kaufempfehlung fest
Vom Rekord im April ist wenig geblieben. Die Siemens-Energy-Aktie steckt seit Monaten in einem Abwärtstrend, und im Chart ist nun ein Signal aufgetaucht, das Charttechniker fürchten. Zusätzlich sorgt ein Insiderverkauf für Gesprächsstoff.
Rücksetzer nach dem Rekord
Am 24. April markierte die Aktie ein Rekordhoch von rund 192 Euro, zeitweise wurden sogar Kurse über 195 Euro genannt. Seither belasten Zweifel an der KI-Euphorie. Bauen große Konzerne ihre Rechenzentren langsamer aus als erwartet, träfe das den Energietechnikkonzern direkt. Auch die Turbinenpläne von SpaceX drücken auf die Stimmung.
In den vergangenen Wochen fiel der Kurs zeitweise bis auf 131 Euro. Zuletzt erholte er sich auf gut 142 bis 145 Euro. Das Jahresplus von gut 15 Prozent ist damit deutlich geschrumpft.
Hinzu kommt Aufsichtsrat Robert Kensbock: Er verkaufte 1.100 Aktien für rund 160.000 Euro. Ein solcher Verkauf ist für sich genommen nicht ungewöhnlich, der Zeitpunkt wirkt angesichts der Kursschwäche allerdings unglücklich.
Charttechnik sendet Warnsignal
Der 50-Tage-Durchschnitt hat den 200-Tage-Durchschnitt von oben nach unten gekreuzt. Chartisten sprechen von einem Todeskreuz. Bleibt die Erholung aus, rückt die Marke von 120 Euro in Reichweite.
Viele Anleger dürften Stoppkurse zwischen 130 und 135 Euro platziert haben, ein Bruch dieser Zone könnte den Verkaufsdruck verstärken. Aufhellen würde sich das Bild erst bei einem Anstieg Richtung 150 bis 155 Euro.
Analysten bleiben zuversichtlich
Fundamental fällt das Bild gemischt aus. Der Auftragsbestand liegt bei 162 Milliarden Euro. Der hohe Nettogewinn enthält allerdings einen einmaligen Buchgewinn aus Indien, und Siemens Gamesa schreibt weiter eine negative Marge.
Die Analysten bleiben optimistisch. J.P. Morgan hält an der Kaufempfehlung fest und nennt ein Kursziel von 245 Euro, da der Konzern das obere Ende seiner Jahresgewinnspanne erreichen dürfte. Berenberg sieht die Aktie bei 205 Euro.
Die Latte für das Geschäftsjahr liegt hoch: 14 bis 16 Prozent Umsatzplus, eine Marge von 10 bis 12 Prozent und rund 4 Milliarden Euro Nettoergebnis. Ein Pre-Close-Call ist für heute geplant, die Jahreszahlen folgen am 11. November. Dann zeigt sich, ob der Konzern die Erwartungen stützt, die der Kurs noch einpreist.
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