Siemens Energy: Omterra spart 300 Millionen Euro
Siemens Energy firmiert zu Omterra um und spart dadurch jährlich 300 Millionen Euro Lizenzkosten. Rekordquartal mit 17,9 Milliarden Euro Auftragseingang untermauert die starke operative Entwicklung.

Kurz zusammengefasst
- Umbenennung zu Omterra beschlossen
- 300 Millionen Euro Lizenzkostenersparnis
- Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro
- Windkraftsparte erstmals wieder profitabel
Siemens Energy bekommt einen neuen Namen. Das Unternehmen kündigte Mitte Juli an, sich zusammen mit der Tochter Siemens Gamesa Renewable Energy künftig unter der Marke Omterra zu präsentieren. Der Rebranding-Prozess soll noch in diesem Jahr beginnen und schrittweise umgesetzt werden – während das operative Geschäft weiterhin auf Hochtouren läuft.
Wegfall der Lizenzgebühren als Kernmotiv
Der Namenswechsel ist keine kosmetische Entscheidung. Nach eigenen Angaben des Unternehmens fallen mit der Loslösung von der Marke Siemens künftig jährliche Lizenzgebühren an die Siemens AG in Höhe von rund 300 Millionen Euro weg. Für ein Unternehmen, das gerade eine Rekordphase durchläuft, ist das ein spürbarer struktureller Vorteil – die Marge dürfte davon direkt profitieren, sobald die Umstellung abgeschlossen ist.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Siemens Energy operativ so stark aufgestellt ist wie selten zuvor. Im dritten Geschäftsquartal 2026 erreichte der Auftragseingang mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert, getragen von einem erneuten Bestwert bei Gas Services sowie deutlichen Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry.
Auch Umsatz und Profitabilität kletterten auf neue Höchstwerte. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57 – der Auftragsbestand wuchs zum Quartalsende auf 162 Milliarden Euro.
Windkraft-Sparte dreht endlich in die Gewinnzone
Besonders bemerkenswert: Siemens Gamesa schrieb im abgelaufenen Quartal erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen. Die einst chronisch defizitäre Windkraftsparte liegt damit im Plan, den Break-even für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen – ein Wendepunkt, der lange auf sich warten ließ und die Konzernbilanz künftig deutlich weniger belasten sollte.
Vor diesem Hintergrund bestätigte das Unternehmen seine nach dem ersten Halbjahr angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2026, mit einer Tendenz der Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zum oberen Ende der Bandbreite.
Bereits im Mai hatte Siemens Energy nach starken Zahlen für das zweite Quartal – Umsatz von 10,29 Milliarden Euro und ein Gewinn nach Steuern von 835 Millionen Euro – die Jahresziele kräftig nach oben korrigiert: Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent statt zuvor 11 bis 13 Prozent, ein Gewinn nach Steuern von rund 4 Milliarden Euro und ein freier Cashflow vor Steuern von etwa 8 Milliarden Euro.
Kurs bleibt unter dem Rekordhoch
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke in einer beeindruckenden Jahresperformance wider: Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 31,88 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Plus auf 52,97 Prozent.
Zum Schluss am Dienstag notierte das Papier bei 158,78 Euro, nach einem Tagesgewinn von 1,90 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie derzeit noch 18,73 Prozent – Spielraum, den Anleger angesichts der operativen Dynamik im Blick behalten dürften.
Für Investoren bleibt die Umfirmierung zu Omterra damit vor allem ein finanzieller Baustein in einer ohnehin starken Geschichte: weniger Lizenzkosten, eine profitabel gewordene Windkraftsparte und ein Auftragspolster von 162 Milliarden Euro, das dem Konzern über Jahre Sichtbarkeit verschafft.
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