Siemens Healthineers: 100 Millionen mit Onvida Health

Siemens Healthineers gewinnt US-Großaufträge, kämpft aber mit Zöllen und schwachem China-Geschäft. Der Aktienkurs fällt auf Jahrestief.

Dr. Robert Sasse ·
Siemens Healthineers Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zwei große US-Verträge abgeschlossen
  • Neuer Technologiechef für digitale Transformation
  • Aktie fällt auf Jahrestief von 35,75 Euro
  • Spin-off von Siemens verzögert sich

Strategische Fortschritte in Nordamerika treffen auf eine anhaltende Talfahrt an der Börse. Während Siemens Healthineers lukrative Verträge abschließt und einen prominenten Technologiechef an Bord holt, drücken Zölle und ein schwächelndes China-Geschäft auf die Margen. Bei dem Medizintechnikkonzern klaffen operative Realität und strategische Vision derzeit weit auseinander.

US-Verträge und digitale Diagnostik

Im April sicherte sich das Unternehmen zwei wichtige Abschlüsse im US-Markt. Mit Onvida Health vereinbarte der Konzern eine zehnjährige Partnerschaft mit einem Volumen von über 100 Millionen US-Dollar. Ein Großteil der Summe fließt in neue bildgebende Systeme und Strahlentherapiegeräte. Parallel dazu übernimmt Siemens Healthineers die Fertigung und den Vertrieb für das innovative Krebsdiagnostikum RAD101 von Radiopharm Theranostics.

Ab dem 1. Juni 2026 soll Martin Stumpe als neuer Chief Technology Officer die digitale Transformation vorantreiben. Der Manager kommt von Danaher und baute zuvor bei Google Brain ein Projekt zur Krebspathologie auf. Sein Fokus liegt auf dem sogenannten „Patient Twinning“ — digitalen Patientenmodellen für eine präzisere Diagnostik.

Operative Hürden und Kursverfall

Die Börse honoriert diese Weichenstellungen kaum. Bei einem Kurs von 35,75 Euro notiert die Aktie direkt an ihrem Jahrestief. Seit Januar beläuft sich das Minus auf knapp 20 Prozent. Ein RSI-Wert von 25 signalisiert einen massiv überverkauften Zustand.

Ursache für die Skepsis ist ein herausforderndes Marktumfeld. Im ersten Geschäftsquartal stiegen die Umsätze zwar leicht, das bereinigte Ergebnis je Aktie sank jedoch auf 0,49 Euro. Die Diagnostiksparte schrumpfte, da eine chinesische Antikorruptionskampagne lokale Beschaffungen bremst. Hinzu kommen erhebliche Belastungen im laufenden Jahr: US-Zölle kosten voraussichtlich rund 400 Millionen Euro beim operativen Gewinn. Währungseffekte drücken das Ergebnis um weitere dreistellige Millionenbeträge.

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Hängepartie beim Spin-off

Abseits des Tagesgeschäfts gerät der geplante Spin-off von der Siemens AG ins Stocken. Das Management verpasste eine selbst gesetzte Frist zur Vorlage detaillierter Pläne. Das Vorhaben sieht vor, 30 Prozent der Healthineers-Anteile an die Aktionäre des Mutterkonzerns auszuschütten. Ein entsprechendes Aktionärsvotum ist für Februar 2027 anvisiert.

Die größte Hürde auf dem Weg zur Eigenständigkeit ist ein milliardenschwerer Schuldenberg, für den aktuell noch Siemens bürgt. Ein kürzlich erteiltes Investment-Grade-Rating der Agentur Moody’s liefert dem Medizintechniker immerhin eine solidere Basis für künftige Refinanzierungen.

Am 7. Mai 2026 legt Siemens Healthineers die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Vorstand dämpfte bereits die Erwartungen und prognostiziert ein Umsatzwachstum unterhalb der Zielspanne von fünf bis sechs Prozent. Anleger warten an diesem Termin auf konkrete Signale einer Erholung im China-Geschäft und auf einen verlässlichen Zeitplan für die Abspaltung.

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Siemens Healthineers Aktie

35,43 EUR

– 0,54 EUR -1,50 %
KGV 19,52
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 2,70 %
Marktkapitalisierung 40,33 Mrd. EUR
ISIN: DE000SHL1006 WKN: SHL100

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