Siemens Healthineers Aktie: Diagnostics-Sparte wird abgespalten
Siemens Healthineers plant Abspaltung der Diagnostics-Sparte nach scharfer Kritik an der Marktbewertung durch den Finanzvorstand.

Kurz zusammengefasst
- Finanzvorstand kritisiert Aktienkurs als zu niedrig
- Diagnostics-Sparte soll innerhalb von 24 Monaten abgespalten werden
- Fokus auf profitablere Bereiche Imaging und Varian
- Hoffnung auf Bodenbildung im Chinageschäft
Finanzvorstand Jochen Schmitz verliert die Geduld mit dem Kapitalmarkt. Während der DAX von Rekord zu Rekord eilt, steckt der Medizintechnikkonzern im Bewertungskeller fest. Die Führungsetage reagiert nun mit deutlichen Worten und einem weitreichenden Umbauplan.
Unmut über die Marktbewertung
Schmitz bezeichnete den aktuellen Kurs am Freitag als „viel zu niedrig“. Die nackten Zahlen stützen seinen Frust. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 21,60 Prozent an Wert. Mit einem Schlusskurs von 34,84 Euro notiert das Papier deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,77 Euro.
Die Folge: Das Management treibt die Rosskur voran. Innerhalb der nächsten 24 Monate will sich Siemens Healthineers von der Diagnostics-Sparte trennen. Der Bereich steuert aktuell 18,7 Prozent zum Gesamtumsatz bei, belastete jedoch aufgrund schwacher Margen zuletzt das Ergebnis.
Fokus auf Imaging und Varian
Durch eine rechtliche Verselbstständigung oder einen Verkauf will das Unternehmen Komplexität abbauen. Frei werdende Ressourcen sollen in die profitableren Bereiche Bildgebung (Imaging) und Krebstherapie (Varian) fließen. Die Sparte Imaging bildet mit einem Umsatzanteil von über 54 Prozent weiterhin das wirtschaftliche Rückgrat des Konzerns.
Parallel dazu hofft der Vorstand auf eine Wende in Fernost. China macht etwa 10,6 Prozent des Konzernumsatzes aus. Regulatorische Eingriffe und eine allgemeine Investitionsflaute im Gesundheitssektor bremsten das Wachstum dort zuletzt massiv aus. Nun sieht die Konzernführung erste Anzeichen für eine Bodenbildung im chinesischen Markt.
Termine in der nächsten Woche
Die kommenden Tage liefern wichtige Impulse für den weiteren Kursverlauf. Mit einem RSI von 53,4 befindet sich der Titel technisch in einer neutralen Zone. Nach unten bildet das 52-Wochen-Tief bei 32,84 Euro eine wesentliche Unterstützung für die Aktie.
Anleger blicken zudem auf zwei externe Faktoren:
* US-Berichtssaison: Erste Quartalszahlen großer US-Wettbewerber aus dem Gesundheitssektor stehen an.
* Gesundheits-Strukturgesetz: Der Bundestag debattiert in der nächsten Sitzungswoche über neue Sparpakete.
Politische Entscheidungen in Berlin könnten die Stimmung für Medizintechnik-Anbieter kurzfristig beeinflussen. Ein Erfolg der Diagnostics-Abspaltung und die Stabilisierung in China bleiben die zentralen Bedingungen, um die Bewertungslücke zum Gesamtmarkt zu schließen.
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