Siemens Healthineers Aktie: UBS senkt Ziel auf 38 Euro
Zwei Großbanken senken die Kursziele für Siemens Healthineers drastisch. Strukturprobleme und China-Schwäche belasten die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- UBS und Berenberg senken Kursziele
- China-Geschäft erholt sich nur langsam
- Aktienrückkäufe stützen den Kurs
- Jahresminus von knapp 22 Prozent
Analysten schicken die Siemens Healthineers Aktie auf Talfahrt. Gleich zwei renommierte Bankhäuser haben ihre Erwartungen drastisch nach unten korrigiert. Das Vertrauen in eine schnelle operative Wende schwindet zusehends.
Die US-Bank UBS senkte den Daumen und kappte das Kursziel von 51 Euro auf 38 Euro. Berenberg zog unmittelbar nach. Die Experten stuften das Papier von „Buy“ auf „Hold“ ab und sehen das neue Ziel bei 39 Euro.
Strukturprobleme bremsen die Erholung
Fehlende Visibilität belastet die Stimmung massiv. Besonders das China-Geschäft in der Diagnostik erholt sich langsamer als gedacht. Für das Geschäftsjahr 2025/26 rechnen Beobachter mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie zwischen 2,20 und 2,30 Euro.
Der Umbau der Diagnostiksparte gleicht einer Hängepartie. Marktkenner gehen davon aus, dass eine finale Lösung bis zu zwei Jahre dauern könnte. Parallel dazu sorgt die geplante Abspaltung von der Mutter Siemens AG für Unsicherheit.
Eine Aktionärsabstimmung über die restlichen Anteile steht erst für das erste Quartal 2027 an. Bis dahin drohen technische Verkäufe den Kurs zu deckeln. Ab 2027 verschärft zudem GE HealthCare mit neuen Geräten den Wettbewerb in der lukrativen Bildgebung.
Rückkäufe stützen das Kursniveau
Das Management versucht aktiv gegenzusteuern. Allein in der ersten Juliwoche kaufte das Unternehmen rund 370.000 eigene Aktien zurück. Seit Juni summiert sich das Volumen auf insgesamt 2,29 Millionen Anteile.
Trotz dieser Stützung notiert das Papier bei 34,68 Euro. Damit verharrt der Kurs gefährlich nah am Jahrestief von 32,84 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 22 Prozent.
Reformdruck im Heimatmarkt
Der deutsche Bundestag verabschiedete am 10. Juli das Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Höhere Zuzahlungen und steigende Beitragsgrenzen sollen die Kassen entlasten. Für Siemens Healthineers stellt sich die Frage, wie stark Kliniken ihre Investitionen nun drosseln.
Die Bewertung der Aktie wirkt mit einem EV/EBITDA-Verhältnis von 11 moderat. Dennoch fehlen Impulse für einen Ausbruch nach oben. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Diagnostiksparte in bis zu 24 Monaten bleibt die Aktie ein Fall für geduldige Anleger.
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