Siemens Healthineers: Prognose nach China-Einbruch gesenkt
Schwaches China-Geschäft zwingt Siemens Healthineers zu Prognosesenkung und zur Ausgliederung der Diagnostik-Sparte.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz- und Gewinnrückgang im zweiten Quartal
- Diagnostik-Sparte in China stark unter Druck
- Prognose für Gesamtjahr nach unten korrigiert
- Ausgliederung der Diagnostics-Sparte geplant
China war lange ein Wachstumsmotor für Siemens Healthineers. Nun wird der Markt zur Belastung — und das Unternehmen zieht Konsequenzen, auch strukturell.
Zahlen verfehlen Erwartungen
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 sank der Umsatz nominal um 3,9 Prozent auf 5,68 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 5,77 Milliarden gerechnet. Das bereinigte operative Ergebnis fiel um knapp 15 Prozent auf 836 Millionen Euro — der Konsens lag bei 868 Millionen.
Die bereinigte EBIT-Marge rutschte auf 14,7 Prozent, 1,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie gelang ein kleiner Lichtblick: 0,53 Euro statt der erwarteten 0,51 Euro.
Diagnostik als Problemzone
Der Einbruch hat eine klare Adresse: das Diagnostics-Geschäft in China. Dort drücken volumenbasierte Beschaffungsverfahren und niedrigere staatliche Erstattungssätze die Preise im Labordiagnostik-Bereich. Das Ergebnis: Die Einnahmen der Sparte sanken vergleichbar um 6,5 Prozent, die Marge kollabierte auf 0,9 Prozent.
CEO Bernd Montag spricht offen von einer strukturellen Veränderung des chinesischen Marktes. Handelszölle und Wechselkurseffekte kamen im abgelaufenen Quartal erschwerend hinzu.
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Montag zieht daraus eine strategische Schlussfolgerung: Die Diagnostics-Sparte soll ausgegliedert werden. Das Laborgeschäft habe kaum Synergien mit dem Kerngeschäft aus MRTs, Röntgengeräten und Operationsrobotern. Im Imaging-Segment und bei der Krebstherapiesparte Varian — dort 7,5 Prozent vergleichbares Wachstum — läuft das Geschäft indes solide.
Prognose nach unten angepasst
Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun 4,5 bis 5 Prozent vergleichbares Wachstum statt der bisherigen 5 bis 6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird auf 2,20 bis 2,30 Euro veranschlagt — die obere Grenze des alten Korridors von 2,40 Euro fällt weg. Den Druck im laufenden Quartal hält das Management für noch nicht überwunden; erst im zweiten Halbjahr sollen sich die Vergleichswerte verbessern.
Die Aktie reagierte mit einem Minus von knapp fünf Prozent auf 33,85 Euro — ein Niveau nahe dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast ein Viertel seines Wertes verloren. Viele Analysten sehen in der Prognoseanpassung eine nüchterne Bestandsaufnahme und verweisen auf langfristiges Potenzial in wachstumsstarken Medtech-Segmenten — sofern die geplante Diagnostics-Ausgliederung gelingt und China sich stabilisiert.
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