Siemens Healthineers: RAD101-Vertrieb über US-Radioapotheken
Siemens Healthineers treibt KI-Diagnostik voran, kämpft aber mit China-Gegenwind und US-Zöllen. Die Aktie fällt auf Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Ausbau der KI-Diagnostik und Partnerschaften
- Umsatzplus von vier Prozent im ersten Quartal
- Ergebnis je Aktie sinkt auf 0,49 Euro
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 18 Prozent
Auf der Berliner Digitalgesundheitsmesse DMEA präsentiert sich Siemens Healthineers als technologischer Vorreiter. Der designierte Cheftechnologe Martin Stumpe skizziert eine Zukunft, in der Künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge die Diagnostik dominieren. An der Börse herrscht derweil eine andere Realität. Operative Belastungen und ein verzögerter Spin-off-Prozess drücken den Aktienkurs tief in den roten Bereich.
Neue Allianzen in der Diagnostik
Um das künftige Wachstum abzusichern, weitet der Medizintechnikkonzern sein Netzwerk strategisch aus. Im Zentrum steht die sogenannte „Patient Twinning“-Technologie, die Stumpe mit seiner Erfahrung von Google und Tempus vorantreiben soll.
Parallel dazu baut das Unternehmen sein Radiopharmaka-Geschäft aus. Eine neue Liefervereinbarung mit Radiopharm Theranostics sichert die Produktion des PET-Tracers RAD101. Dieser Wirkstoff besitzt den Fast-Track-Status der US-Gesundheitsbehörde FDA und zielt auf die Erkennung wiederkehrender Hirnmetastasen ab. Erste Studiendaten bescheinigen dem Verfahren eine hohe Übereinstimmung mit herkömmlichen MRT-Scans.
Ferner positioniert sich Siemens Healthineers in der Demenzforschung. Die Integration in die Bio-Hermes-002-Studie der Global Alzheimer’s Platform Foundation rückt den Konzern in direkte Nachbarschaft zu Pharmagrößen wie Roche und Eli Lilly.
Gegenwind aus China und den USA
Den technologischen Fortschritten stehen handfeste operative Probleme gegenüber. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz zwar um knapp vier Prozent, das bereinigte Ergebnis je Aktie sank jedoch auf 0,49 Euro. Besonders die Diagnostiksparte schwächelt. Ursache ist eine weitreichende Anti-Korruptionskampagne in China, die dortige Beschaffungsprozesse zentralisiert und das Geschäft massiv ausbremst.
Hinzu kommen geopolitische Hürden. US-Zölle belasten das bereinigte operative Ergebnis voraussichtlich um rund 400 Millionen Euro. Negative Währungseffekte kosten weitere Millionen. Der Vorstand hält dennoch an der Jahresprognose fest und erwartet ein vergleichbares Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent.
Der Kapitalmarkt reagiert skeptisch auf diesen Mix. Die Aktie rutschte zuletzt auf 36,32 Euro ab und notiert damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf rund 18 Prozent.
Der komplizierte Weg zur Eigenständigkeit
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die anstehende Neuordnung der Eigentümerstruktur. Die Siemens AG plant, 30 Prozent der Healthineers-Anteile an ihre eigenen Aktionäre auszuschütten. Der Anteil der Muttergesellschaft würde dadurch auf unter 20 Prozent sinken. Das Management räumte allerdings ein, dass dieser Prozess mehr Zeit beanspruchen wird als ursprünglich kalkuliert.
Die Abspaltung bringt immense finanzielle Aufgaben mit sich. Mit dem Rückzug der Siemens AG entfällt die Konzerngarantie für Kredite. Siemens Healthineers muss in der Folge fast 14 Milliarden Euro eigenständig refinanzieren. Neue Details zur operativen Entwicklung und dem weiteren Zeitplan liefert der Konzern am 7. Mai 2026 mit den Zahlen zum zweiten Quartal.
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