Silber: 65,58 Dollar nach Fed-Schock
Die Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen, was den Dollar stärkt und den Silberpreis auf 65,58 Dollar drückt.

Kurz zusammengefasst
- Fed deutet weitere Zinserhöhungen an
- Silber fällt auf 65,58 Dollar
- Starker Dollar belastet Rohstoffpreise
- China-Importe stützen langfristige Nachfrage
Der Silberpreis hat in dieser Woche einen harten Dämpfer bekommen. Auslöser: die US-Notenbank Federal Reserve, die am 17. Juni klare Signale für weitere Zinserhöhungen sendete.
Die Fed ließ den Leitzins im Band von 3,5 bis 3,75 Prozent unverändert. Mehrere FOMC-Mitglieder deuteten jedoch an, dass 2026 weitere Erhöhungen folgen könnten. Die Inflationsprognose für den PCE-Index stieg auf 3,6 Prozent — im März hatte die Fed noch 2,7 Prozent erwartet.
Starker Dollar drückt auf den Preis
Die Reaktion der Märkte folgte prompt. Anleiherenditen und der US-Dollar legten deutlich zu. Ein stärkerer Dollar macht Rohstoffe für internationale Käufer teurer und damit weniger attraktiv.
Am 18. Juni fiel Silber auf 65,58 Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Tagesrückgang von 3,40 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp 11 Prozent.
Industrienachfrage als Gegengewicht
Das geldpolitische Bild trübt den Blick auf ein anderes Signal. China importierte im März rund 836 Tonnen Silber — 173 Prozent über dem Zehnjahres-Saisondurchschnitt. Treiber waren die Solarindustrie und Privatanleger, die Silber als günstigere Alternative zu Gold kauften.
Diese Zahlen unterstreichen, dass Silber kein reines Spekulationsobjekt ist. Die Energiewende schafft eine strukturelle Nachfrage, die unabhängig vom Zinsumfeld wirkt.
Allerdings dominiert kurzfristig die Zinspolitik. Solange die Fed restriktiv bleibt und der Dollar stark, haben diese Fundamentaldaten wenig Einfluss auf den Preis. Erst wenn sich die Erwartungen an den Zinspfad drehen, dürfte die industrielle Nachfrage wieder stärker ins Gewicht fallen.
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