Silber: Angebotsschock voraus?
Chinas geplanter Exportstopp für Schwefelsäure gefährdet die globale Silberproduktion und trifft auf einen bereits angespannten Markt mit strukturellem Defizit.

Kurz zusammengefasst
- Chinas Exportverbot für Schwefelsäure ab Mai
- Kupfer- und Silberproduktion weltweit gefährdet
- Silbermarkt leidet unter sechstem Defizitjahr
- Starke industrielle Nachfrage nach dem Metall
Silber kostet am 13. April 2026 rund 74,10 US-Dollar je Unze — ein Minus von 2,23 Prozent binnen eines Tages. Das Scheitern der US-Iran-Friedensgespräche in Islamabad und die anschließende US-Marine-Blockade der Straße von Hormuz haben den Kurs gedrückt. Seit Kriegsbeginn hat Silber mehr als 20 Prozent verloren.
Der unmittelbare Auslöser ist bekannt. Was viele Anleger noch nicht auf dem Radar haben, ist ein zweiter Schlag — diesmal von der Angebotsseite.
Chinas Schwefelsäure-Verbot trifft Silberminen
China plant, Schwefelsäure-Exporte ab dem kommenden Monat zu stoppen. Das Verbot könnte bis Ende 2026 gelten. Das klingt zunächst nach einem Chemieproblem — ist aber eines für Silberproduzenten weltweit.
Rund 70 Prozent des globalen Silberangebots entstehen als Nebenprodukt der Kupferproduktion. Schwefelsäure ist für das Heap-Leaching im Kupferbergbau unverzichtbar. Chile, der weltgrößte Kupferproduzent, importiert jährlich über eine Million Tonnen chinesische Schwefelsäure. Seit den ersten Lieferunterbrechungen durch die Hormuz-Blockade sind die Preise in Chile bereits um 44 Prozent gestiegen — innerhalb eines einzigen Monats.
Große Kupferproduzenten berichten offen, dass sie ihre Produktionsmengen im zweiten Halbjahr 2026 kaum aufrechterhalten können. Wer keine Langfristverträge hat, zahlt jetzt Spotpreise aus alternativen Quellen — 40 bis 60 Prozent teurer als vor dem Verbot.
Defizit trifft auf schrumpfendes Angebot
Das trifft einen Markt, der ohnehin unter Druck steht. Laut dem Silver Institute überstieg die Nachfrage das Angebot im vergangenen Jahr um rund 95 Millionen Unzen. 2026 soll das Defizit bei 67 Millionen Unzen liegen — das sechste Jahr in Folge.
Die Nachfrage kommt vor allem aus der Industrie: Solaranlagen, KI-Rechenzentren, Elektrofahrzeuge. Mehr als die Hälfte der globalen Silbernachfrage ist industrieller Natur. Das macht das Metall sensibler für Wachstums- und Inflationssignale als Gold.
Höhere Ölpreise durch die Hormuz-Blockade treiben die Inflation an. Das stärkt den Dollar. Ein starker Dollar macht Silber teurer für internationale Käufer — und damit weniger attraktiv.
PPI-Daten als nächster Prüfstein
Am Dienstag veröffentlicht das US-Statistikamt den Erzeugerpreisindex für März. Fällt der PPI ähnlich hoch aus wie der zuletzt gestiegene CPI, dürften die Märkte Zinssenkungen für 2026 vollständig auspreisen. Das würde den Dollar weiter stärken und Silber zusätzlich belasten.
Selbst wenn die geopolitische Lage sich entspannt, bleibt das Schwefelsäure-Problem bestehen. Einige Analysten gehen davon aus, dass China das Exportverbot unabhängig vom Konflikt für längere Zeit aufrechterhalten wird. Der Angebotsschock ist damit kein kurzfristiges Phänomen — er baut sich gerade erst auf.
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