Der Silberpreis kämpft sich nach dem heftigen Absturz Ende Januar schrittweise zurück und steht vor dem zweiten Wochengewinn in Folge. Aktuell nimmt das Edelmetall die psychologisch wichtige Marke von 90 US-Dollar ins Visier, getrieben von einem komplexen Mix aus Zollstreitigkeiten und geopolitischen Spannungen. Doch hält die Erholung oder droht angesichts der hartnäckigen US-Inflation und Zinsängsten der nächste Rücksetzer?
Zoll-Chaos und Geopolitik als Treibstoff
Die laufende Handelswoche war von extremer Volatilität geprägt. Während am Mittwoch ein Drei-Wochen-Hoch bei 91,30 US-Dollar markiert wurde, sorgten Gewinnmitnahmen kurzzeitig für Ernüchterung, bevor sich der Preis am heutigen Freitag wieder der 90-Dollar-Marke annäherte. Haupttreiber für die Flucht in sichere Häfen ist die unsichere US-Handelspolitik: Die Aussicht auf eine Erhöhung der Zölle auf bis zu 15 Prozent verunsichert institutionelle Anleger massiv.
Zusätzlich stützen geopolitische Faktoren den Kurs. Neue US-Sanktionen gegen iranische Ölexporte und Waffenverkäufe erhöhen die Spannung im Nahen Osten, auch wenn Berichte über mögliche Fortschritte bei den Atomgesprächen in Genf die Risikoprämien zeitweise etwas dämpften.
Strukturelles Defizit stützt fundamental
Abseits der kurzfristigen politischen Börsenwetterlage bleibt die fundamentale Angebotssituation angespannt. Das Silver Institute prognostiziert für 2026 das sechste Angebotsdefizit in Folge. Obwohl das globale Angebot leicht steigen soll, reicht es nicht aus, um die Nachfrage zu decken.
Besonders drastisch zeigt sich die Verknappung bei den Lagerbeständen: Die registrierten Silberbestände an der COMEX fielen kürzlich auf ein historisches Tief von unter 100 Millionen Unzen. Verschärft wird die Lage durch Chinas neues Exportlizenzsystem, das die physischen Ströme aus dem wichtigsten Produzentenland weiter einschränkt.
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Gegenwind durch Zinspolitik und Industrie-Risiken
Trotz der bullischen Argumente gibt es klare Belastungsfaktoren. Die US-Inflation verharrt hartnäckig bei 3 Prozent, was die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve zunichtemacht. Ein starker US-Dollar und das hohe Zinsniveau verteuern das zinslose Edelmetall und begrenzen das Aufwärtspotenzial.
Auch Analysten mahnen zur Vorsicht. J.P. Morgan sieht den Durchschnittspreis für 2026 zwar bei 81 US-Dollar, warnt jedoch vor der sogenannten Substitutionsgefahr. Sollten die Silberpreise zu stark steigen, könnte die Industrie – insbesondere der Solarsektor – verstärkt nach günstigeren Alternativen suchen oder den Silbergehalt in Produkten reduzieren.
Fazit
Silber befindet sich in einer entscheidenden Phase der Bodenbildung nach dem Crash vom Allzeithoch im Januar. Ob der Ausbruch über 90 US-Dollar nachhaltig gelingt oder der Kurs in der breiten Konsolidierungszone zwischen 70 und 90 US-Dollar verharrt, hängt nun maßgeblich von den Ergebnissen der anstehenden US-Iran-Verhandlungen und der Konkretisierung der neuen Zollpläne ab.
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