Der Silberpreis zeigt sich überraschend robust. Binnen zwei Wochen kletterte das Edelmetall von knapp 75 auf über 90 US-Dollar je Feinunze – nachdem es Anfang Februar noch einen historischen Absturz erlebte. Hinter der Erholung stehen drei Faktoren: US-Zollunsicherheit, ein strukturelles Angebotsdefizit und eine anhaltend starke Industrienachfrage.
Panikverkäufe und strukturelle Erholung
Am 29. Januar erreichte Silber ein Allzeithoch von 121,67 US-Dollar. Innerhalb von weniger als 30 Stunden brach der Preis auf unter 75 Dollar ein – ein Minus von 38 Prozent. Auslöser waren erhöhte Margin-Anforderungen der CME, die spekulative Investoren zur Schließung ihrer gehebelten Positionen zwangen.
Was folgte, war jedoch keine übliche Bodenbildung. Der Rebound auf aktuell rund 91 Dollar basiert auf solideren Fundamentaldaten als die Januar-Rallye. Während der Papiermarkt kollabierte, blieben die physischen Prämien hoch. Industriekunden, die sich bei 120 Dollar zurückgezogen hatten, kehrten im 80-Dollar-Bereich als aggressive Käufer zurück.
Zollpolitik bleibt zentraler Unsicherheitsfaktor
Die US-Handelspolitik dominiert weiterhin die Preisentwicklung. Präsident Trump verzichtete Mitte Januar auf Importzölle für kritische Mineralien einschließlich Silber. Doch die Unsicherheit bleibt: Das Oberste Gericht hob am 20. Februar weitreichende IEEPA-Zölle auf, woraufhin Safe-Haven-Käufe bei Edelmetallen anzogen.
Mit den neuen Section-122-Gegenzöllen von 10 Prozent und weiteren angedrohten Maßnahmen bleibt die geopolitische Risikoprämie fest im Silberpreis verankert. Sollte die Regierung doch noch zu Zöllen auf kritische Mineralien greifen, könnte der Handel mit Metallen zurück nach New York verlagert werden – mit entsprechenden Liquiditätsengpässen außerhalb der USA.
Angebotsdefizit verschärft sich weiter
Der Silbermarkt befindet sich bereits im sechsten Jahr in Folge in einem Angebotsdefizit. Die oberirdischen Bestände gehen zur Neige, während gleichzeitig die Nachfrage aus Solar-, Elektrofahrzeug- und KI-Rechenzentrumsbranche dynamisch wächst. Fresnillo, der weltgrößte primäre Silberproduzent, senkte seine Produktionsprognose für 2026 auf 42 bis 46,5 Millionen Unzen – gegenüber ursprünglich 45 bis 51 Millionen Unzen.
Das Problem: Neue Minen benötigen 7 bis 15 Jahre Vorlaufzeit. Selbst bei attraktiven Preisen lässt sich das Angebot kurzfristig nicht ausweiten. Die westliche physische Investmentnachfrage wird für 2026 auf ein Dreijahreshoch von 227 Millionen Unzen prognostiziert – ein Anstieg von 20 Prozent.
Prognosen: Von moderat bis extrem
J.P. Morgan erwartet für 2026 einen Durchschnittspreis von 81 US-Dollar je Unze – mehr als doppelt so hoch wie 2025. Bank of America-Analyst Michael Widmer geht je nach Szenario von 135 bis 309 Dollar aus. Die Spanne basiert auf historischen Gold-Silber-Ratios: Das konservative Ziel nutzt das 2011er-Tief von 32:1, das extreme Szenario das Hunt-Brothers-Niveau von 14:1 aus dem Jahr 1980.
Das Gold-Silber-Verhältnis ist bis Ende Februar bereits von über 100:1 auf rund 58–60:1 gefallen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, hätte Silber weiteres Aufwärtspotenzial. Aktuell notiert das Metall noch immer rund 30 Prozent unter seinem Januar-Hoch – bei gleichzeitig stabilen fundamentalen Rahmenbedingungen.
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