Silber: Hormuz-Chaos bremst Erholung
Die Silberpreise schwanken stark durch widersprüchliche Meldungen zur Straße von Hormuz. Gleichzeitig verschärft sich die physische Knappheit durch hohe Industrienachfrage, was zu extremen Analystenprognosen führt.

Kurz zusammengefasst
- Geopolitische Unsicherheit dämpft kurzfristige Kurserholung
- Physische Lagerbestände auf historisch niedrigem Niveau
- Starke Industrienachfrage treibt strukturelles Defizit
- Analystenprognosen zeigen extreme Preisspanne für 2026
Ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und Iran schien genau der Funke zu sein, den der Silbermarkt brauchte. Widersprüchliche Meldungen über eine mögliche Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormuz ersticken die aufkeimende Erholung allerdings direkt wieder im Keim. Während die Geopolitik den kurzfristigen Takt vorgibt, braut sich im Hintergrund eine massive physische Knappheit zusammen.
Geopolitisches Tauziehen
Zunächst reagierten die Märkte euphorisch auf das neue 10-Punkte-Abkommen. Ein Einbruch der Ölpreise um bis zu 20 Prozent dämpfte die globalen Inflationssorgen erheblich. Folglich kletterte Silber am Mittwoch um über fünf Prozent auf 76,70 US-Dollar je Unze.
Diese Erleichterung währte jedoch nur kurz. Berichte iranischer Nachrichtenagenturen über weiterhin geschlossene Seewege und mögliche Mautgebühren in der Straße von Hormuz sorgten umgehend für Verunsicherung. Am heutigen Donnerstagmorgen rutschten die Futures wieder unter die Marke von 75 Dollar. Eine verlängerte Unsicherheit in der Region könnte die Energiekosten erneut treiben und damit Zinssenkungshoffnungen zunichtemachen. Frische Impulse zur Zinspolitik der Federal Reserve dürften die heute anstehenden PCE-Inflationsdaten liefern.
Physischer Markt trocknet aus
Abseits der täglichen Schlagzeilen rückt ein strukturelles Problem in den Fokus. Die physische Angebotsseite steht massiv unter Stress. Die gedeckten Lagerbestände an der COMEX-Börse weisen aktuell nur noch eine Deckungsrate von 13,4 Prozent auf. Gleichzeitig verzeichnet der Markt laut dem Silver Institute das sechste Angebotsdefizit in Folge, welches sich auf rund 67 Millionen Unzen beläuft.
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Getrieben wird dieser Nachfragehunger vor allem durch die Industrie, insbesondere für Rechenzentren, Elektroautos und Solaranlagen. Chinas Silberimporte unterstreichen diese Dynamik. Sie erreichten in den ersten beiden Monaten des Jahres mit knapp 207 Tonnen den höchsten Stand seit acht Jahren.
Extreme Preisziele der Analysten
Der drastische Absturz vom Allzeithoch bei 121,64 US-Dollar im Januar hat den Markt neu gemischt. Zwar dämpft das aktuelle Hochzinsniveau von 3,50 bis 3,75 Prozent die Attraktivität zinsloser Edelmetalle. Dennoch spiegelt sich die fundamentale Knappheit gepaart mit der geopolitischen Brisanz in den teils extrem weit auseinandergehenden Kurszielen für das Jahr 2026 wider:
- Reuters-Konsens: 79,50 US-Dollar
- Bank of America: 135 bis 309 US-Dollar
- Citigroup: 150 bis 170 US-Dollar
Diese gewaltige Spanne der Investmentbanken verdeutlicht die aktuelle Zerrissenheit des Marktes zwischen kurzfristigen Zinssorgen und einem langfristig ausgetrockneten Angebot.
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