Der Silberpreis zeigt nach einer turbulenten Woche erste Stabilisierungstendenzen. Massive Verkäufe durch Index-Neugewichtungen drückten das Edelmetall Anfang der Woche zeitweise auf 76 US-Dollar. Schwache US-Arbeitsmarktdaten sorgten am Freitag jedoch für eine deutliche Erholung.
Die wichtigsten Fakten:
– Silber erholte sich am Freitag auf 79,77 US-Dollar (+4,01%)
– Wochenperformance: +10,38%
– Auslöser des Rücksetzers: Technische Verkäufe durch Index-Rebalancing
– Unterstützung: Schwacher US-Jobmarkt befeuert Zinssenkungsfantasie
Index-Rebalancing zwingt Fonds zum Verkauf
Der scharfe Rücksetzer zur Wochenmitte hatte einen rein technischen Hintergrund. Zu Jahresbeginn passen große Rohstoff-Indizes wie der Bloomberg Commodity Index ihre Gewichtungen an. Da Silber 2025 stark zulegte, stieg sein Anteil überproportional. Passive Fonds müssen nun milliardenschwere Bestände in Silber-Futures abbauen – völlig unabhängig von der fundamentalen Lage.
Dieser mechanische Verkaufsdruck drückte den Preis bis auf 76 US-Dollar. Experten warnen: Das Rebalancing-Fenster ist noch nicht vollständig geschlossen. Weitere technische Verkäufe zu Wochenbeginn sind möglich.
Schwacher Jobmarkt als Wendepunkt
Die Rettung kam am Freitag vom US-Arbeitsmarkt. Mit nur 50.000 neuen Stellen verfehlte der Non-Farm Payrolls-Bericht die Erwartungen deutlich. Die Arbeitslosenquote sank zwar auf 4,4 Prozent, doch die schwache Stellenschaffung interpretieren Märkte als Signal für eine expansivere Fed-Politik.
Silber reagierte sofort: Ein Plus von rund 4 Prozent am Freitag brachte das Edelmetall zurück über die 79-Dollar-Marke. Der schwächere Dollar unterstützte die Erholung zusätzlich.
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Physischer Markt bleibt eng
Während der Futures-Markt unter Verkaufsdruck steht, signalisiert der physische Markt anhaltende Knappheit. Seit Jahresbeginn greifen in China neue Exportlizenz-Pflichten für Silber. Marktberichte deuten auf eine spürbare Angebotsverknappung hin.
Diese Divergenz ist entscheidend: Finanzinvestoren verkaufen technisch bedingt, während die industrielle Nachfrage ungebrochen bleibt. Das verhindert bislang einen tieferen Absturz.
Charttechnik: Erste Stabilisierung
Die 80-Dollar-Marke ist nun der entscheidende Widerstand. Zwar erholte sich der Kurs am Freitag deutlich, scheiterte aber daran, diese psychologisch wichtige Hürde zurückzuerobern. Erst ein Tagesschlusskurs darüber würde das technische Bild aufhellen.
Nach unten hat sich die 76-Dollar-Zone als kurzfristiger Boden bewährt. Fällt dieser Bereich, droht ein Test der 74-Dollar-Marke. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt zwar intakt, wurde durch die jüngste Dynamik aber beschädigt.
Die aktuelle Erholung bleibt fragil. Solange das Index-Rebalancing läuft, sind weitere technische Rücksetzer möglich. Die 76-Dollar-Marke fungiert dabei als kritische Verteidigungslinie.
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