Silber Preis: 1,7 Prozent Minus auf 73,96 Dollar
Geopolitische Spannungen stützen Silber nicht, während steigende Zinserwartungen und ein fester Dollar den Edelmetallpreis belasten.

Kurz zusammengefasst
- Spot-Silber fällt um 1,7 Prozent
- Dollar-Stärke drückt auf Edelmetalle
- Höhere Zinserwartungen belasten Silber
- Angebotslücke bleibt bestehen
Silber bekommt zum Wochenstart Gegenwind aus einer ungewohnten Richtung. Neue Spannungen im Nahen Osten stützen nicht den Krisenwert, sondern treiben Öl-, Inflations- und Zinssorgen. Am Montag, 1. Juni 2026, fiel Spot-Silber um 1,7 Prozent auf 73,96 US-Dollar je Unze.
Der Kern: Der Markt handelt Silber gerade weniger als sicheren Hafen. Im Fokus stehen der festere Dollar und die Frage, wie die US-Notenbank auf höhere Preissignale reagiert. Genau das belastet Edelmetalle kurzfristig.
Warum der Dollar dominiert
Gold geriet ebenfalls unter Druck. Spot-Gold verlor 1,9 Prozent auf 4.451,65 US-Dollar je Unze, nachdem es zuvor ein Zweiwochenhoch erreicht hatte.
Auch am Terminmarkt ging es abwärts. US-Gold-Futures fielen um 2,5 Prozent auf 4.479,20 US-Dollar. Das zeigt: Der Verkaufsdruck traf den Edelmetallsektor breiter.
Auslöser war die neue Eskalation im Nahen Osten. Iran meldete nach US-Angriffen auf militärische Ziele einen Angriff auf eine US-Luftwaffenbasis. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete außerdem, Irans Verhandlungsteam stoppe den Austausch von Botschaften mit den USA über Vermittler.
Für Silber zählt nun die Folgewirkung. Steigende Ölpreise können die Inflation anheizen. Laut CME-FedWatch preisten Händler rund 56 Prozent Wahrscheinlichkeit für mindestens eine US-Zinserhöhung bis Jahresende ein.
Das verändert die Logik im Markt. Höhere Zinserwartungen machen unverzinste Edelmetalle weniger attraktiv. Ein stärkerer Dollar verteuert Silber für Käufer außerhalb des Dollarraums zusätzlich.
Silber bleibt ein Sonderfall
Silber reagiert empfindlicher als Gold, weil es zwei Rollen hat. Es ist Edelmetall und Industriemetall. Der Preis hängt daher nicht nur an Krisennachfrage, sondern auch an Konjunktur, Zinsen und Industriebedarf.
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Genau diese Mischung macht die Lage heikel. Geopolitische Risiken könnten Silber stützen. Höhere Renditeerwartungen und ein fester Dollar arbeiten aber dagegen. Am Montag überwog klar der Makro-Druck.
Die fundamentale Lage wirkt dabei nicht entspannt. Das Silver Institute berichtete im April, dass die globale Silbernachfrage 2025 zum fünften Mal in Folge über dem Angebot lag. Das belastet die oberirdischen Lagerbestände.
Für das laufende Jahr erwartet das Institut einen strukturellen Fehlbetrag von 46,3 Millionen Unzen. Die Gesamtnachfrage soll moderat um 2 Prozent auf 1,11 Milliarden Unzen sinken.
Der Rückgang kommt vor allem aus der Industrie. Besonders ein schwächerer Photovoltaik-Absatz drückt die Prognose. Münzen und Barren sollen dagegen stützen.
Auf der Angebotsseite zeichnet sich wenig Entlastung ab. Die Minenproduktion stieg 2025 um 3 Prozent auf 846,6 Millionen Unzen. Für das laufende Jahr rechnet das Institut nur mit einer stabilen Entwicklung.
Was jetzt zählt
Kurzfristig hängt viel an den US-Daten dieser Woche. Arbeitsmarktzahlen und Aussagen von Fed-Vertretern können die Zinserwartungen schnell verschieben. Für Silber ist das wichtiger als die reine Krisenreaktion.
Solange Dollar-Stärke und höhere Renditeerwartungen dominieren, bleibt der Preis anfällig. Die enge physische Lage liefert Unterstützung, sie reicht aber derzeit nicht als Gegengewicht. Der Markt handelt vorerst Öl, Inflation und Fed-Signale.
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