Silber Preis: 187 Millionen Unzen ETF-Zuflüsse
Der Silberpreis klettert auf 75,74 Dollar, während sinkende Solarnachfrage durch einen Investmentboom kompensiert wird. Analysten erwarten weiteres Angebotsdefizit.

Kurz zusammengefasst
- Silberpreis steigt um zwei Prozent
- Photovoltaik-Nachfrage sinkt deutlich
- Investoren erhöhen Silberkäufe massiv
- Fünftes Jahr mit Angebotsdefizit erwartet
Der Silberpreis stieg am Montag um gut zwei Prozent auf 75,74 Dollar je Feinunze. Was dahintersteckt, ist kein einfacher Nachfragetrend — sondern ein fundamentaler Strukturbruch, der den Markt neu sortiert.
Solarindustrie spart sich aus dem Markt
Jahrelang galt die Energiewende als verlässliche Wachstumsgeschichte für Silber. Diese Erzählung bröckelt. Die Photovoltaiknachfrage sank 2025 bereits um sechs Prozent auf 186,6 Millionen Unzen — und soll 2026 um weitere 19 Prozent auf rund 151 Millionen Unzen fallen.
Der Grund: Mit steigenden Silberpreisen haben Modulhersteller ihre sogenannten Thrifting-Strategien beschleunigt. Silber macht inzwischen schätzungsweise 17 bis 29 Prozent der PV-Modulkosten je Watt aus — gegenüber nur drei Prozent im Jahr 2023. Bei Preisen nahe 80 Dollar je Unze wurde Substitution zur Pflichtübung. Longi Green Energy Technology plant, Silber in Back-Contact-Zellen durch Kupfer zu ersetzen, mit Massenproduktionsstart im zweiten Quartal 2026. Der gesamte industrielle Silberabsatz fiel 2025 um drei Prozent auf 657,4 Millionen Unzen — der erste Rückgang seit der Pandemie.
Investoren füllen die Lücke
Was die Solarindustrie abgibt, nehmen Anleger auf. Das Silver Institute prognostiziert, dass die physische Investmentnachfrage 2026 um 20 Prozent auf ein Dreijahreshoch von 227 Millionen Unzen steigt. Das Angebot wächst mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 1,05 Milliarden Unzen weit langsamer.
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Metals-Focus-Geschäftsführer Philip Newman verwies auf ETF-Zuflüsse von 187 Millionen Unzen. Treiber seien Anlegersorgen um Stagflation, die Unabhängigkeit der US-Notenbank und die Tragfähigkeit staatlicher Schulden. „Silbers außergewöhnliche Preisentwicklung und das günstige Angebots-Nachfrage-Umfeld haben das Anlegervertrauen weiter gestärkt“, so Newman.
Defizit und Preisausblick
Das strukturelle Bild bleibt angespannt. Der Silbersektor verzeichnete 2025 sein fünftes aufeinanderfolgendes Angebotsdefizit — 40,3 Millionen Unzen. Ein weiteres Defizit wird für 2026 erwartet, obwohl die Minenproduktion zuletzt zulegte und das Recycling mit 197,6 Millionen Unzen ein 13-Jahres-Hoch erreichte.
Neben dem Solarrückgang stützen Rechenzentren, KI-Infrastruktur und der Automobilsektor die industrielle Nachfrage. J.P. Morgan Global Research erwartet für 2026 einen durchschnittlichen Silberpreis von 81 Dollar je Unze — mehr als doppelt so hoch wie der Vorjahresdurchschnitt. Ob die Investmentnachfrage den Solarrückgang dauerhaft kompensiert, entscheidet sich spätestens dann, wenn die ersten chinesischen Kupfer-Zellen in die Massenproduktion gehen.
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