Silber Preis: 2,3 Prozent auf 62,43 Dollar
Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten senken Zinserwartungen, schwächen den Dollar und treiben den Silberpreis auf ein Mehrwochenhoch.

Kurz zusammengefasst
- Silber legt um 2,3 Prozent zu
- US-Jobbericht enttäuscht Erwartungen deutlich
- Zinserhöhungswahrscheinlichkeit sinkt auf 54 Prozent
- Dollar-Schwäche stützt Edelmetall-Rally
Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht schickt den Silberpreis auf Mehrwochenhoch. Der Grund: Schwache Jobzahlen dämpfen die Zinserwartungen deutlich. Das drückt den Dollar und treibt Anleger in Edelmetalle.
Silber legte am Freitag um 2,3 Prozent auf 62,43 US-Dollar pro Feinunze zu. Auch Platin und Palladium zogen kräftig an. Damit setzt sich die Erholung der vergangenen Tage fort.
Enttäuschender Jobbericht als Auslöser
Der US-Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag sorgte für Aufsehen. Die Nonfarm Payrolls stiegen im Juni nur um 57.000 Stellen. Analysten hatten mit 115.000 gerechnet, der Mai-Wert wurde zudem auf 129.000 nach unten korrigiert.
Die Arbeitslosenquote fiel zwar auf 4,2 Prozent. Der Grund dafür ist aber kein gutes Zeichen: Die Erwerbsbeteiligung sank auf 61,5 Prozent, den niedrigsten Stand seit März 2021. Weniger Menschen suchen aktiv einen Job.
Noch deutlicher fiel der Einbruch in der Haushaltsbefragung aus. Dort meldeten 507.000 weniger Menschen eine Beschäftigung als im Vormonat. Die Statistikbehörde revidierte zudem die April- und Mai-Werte kräftig nach unten.
Zinserwartungen sinken deutlich
Die schwachen Daten verändern sofort die Erwartungen an die Federal Reserve. Händler senkten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf rund 54 Prozent. Vor der Veröffentlichung lag dieser Wert noch bei etwa 66 Prozent.
Der Stimmungswandel reicht weit über September hinaus. Marktteilnehmer rechnen nun bis ins Frühjahr 2027 mit einer zurückhaltenderen Fed. Auch der Anleihemarkt reagierte prompt: Die zweijährige Treasury-Rendite fiel um 3,5 Basispunkte auf 4,13 Prozent.
Ein Marktstratege brachte die Lage auf den Punkt. Die schwachen Jobzahlen stellen die Erzählung eines robusten Arbeitsmarktes infrage. Gleichzeitig bestätigen sie: Die Fed muss die Geldpolitik derzeit nicht straffen.
Dollar-Schwäche stützt Edelmetalle
Die gesunkenen Zinserwartungen belasten den US-Dollar spürbar. Er steuert auf einen Wochenverlust zu. Das macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger.
Dieser Effekt überträgt sich direkt auf Silber, denn beide Metalle notieren in Dollar. Silber reagiert dabei besonders empfindlich. Der Grund: Es wird gleichzeitig als Anlage- und als Industriemetall gehandelt.
Der Trend zeigt sich branchenweit. Silber, Platin und Palladium erreichten am Freitag alle Mehrwochenhochs und steuern auf Wochengewinne zu. Diese parallele Bewegung spricht für einen makroökonomischen Auslöser, nicht für silberspezifische Nachrichten.
Die kommende Woche rückt weitere Konjunkturdaten und mögliche Aussagen von Fed-Vertretern in den Blick. Setzt sich die Abkühlung am Arbeitsmarkt fort, dürfte die Diskussion um eine Zinspause weiter an Fahrt gewinnen. Ein solches Umfeld hat Edelmetallen historisch in die Karten gespielt.
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