Silber Preis: +2,5% auf 67,58 Dollar nach Nahost-Eskalation
Silber erholt sich auf 67,58 US-Dollar, bleibt zwischen Nahost-Risiken und Fed-Signalen jedoch in einer engen Handelsspanne gefangen.
Kurz zusammengefasst
- Silber legt 2,5 Prozent zu
- Nahost-Eskalation stützt Edelmetallpreise
- Warsh signalisiert Inflationssorgen der Fed
- ETF verbucht leichte Mittelzuflüsse
Silber zeigt sich in dieser Woche außergewöhnlich nervös. Am Donnerstag legte der Preis um 2,5 Prozent zu und schloss bei 67,58 US-Dollar je Feinunze – eine deutliche Erholung, nachdem der Markt tags zuvor unter Druck geraten war. Zwei Kräfte ziehen derzeit in unterschiedliche Richtungen: geopolitische Risikoprämien und die Zinserwartungen an die US-Notenbank.
Angriff auf Insel in der Straße von Hormuz treibt Kurs
Auslöser der jüngsten Kursbewegung war ein Angriff von US-Truppen auf eine Insel in der Straße von Hormuz. Iran reagierte mit Angriffen auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien, die Ölpreise zogen daraufhin zum zweiten Mal in Folge an.
Kommentare von Präsident Trump, wonach ein „sehr schwerer Angriff“ auf den Iran nicht lange andauern würde, gaben dem Silberpreis am Donnerstag zusätzlichen Auftrieb. Die Eskalation im Nahen Osten hat sich damit binnen weniger Tage zu einem der wichtigsten Preistreiber für Edelmetalle entwickelt.
Fed-Chef Warsh mahnt weitere Arbeit an
Parallel dazu bleibt die Geldpolitik im Fokus der Anleger. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh erklärte beim Symposium in Jackson Hole, die Notenbank habe noch „Arbeit zu erledigen“, solange kein Vertrauen bestehe, dass die Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel zurückkehrt. Diese Aussage nährte Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik und belastete Silber zunächst, da höhere Zinsen die Attraktivität zinsloser Edelmetalle schmälern.
Gegenläufige Signale kamen vom Arbeitsmarkt: Der ADP-Bericht zeigte für August lediglich 38.000 neue Stellen in der US-Privatwirtschaft – die schwächste Zunahme seit Januar und unter den Erwartungen von 47.000 Stellen. Ein schwacher Arbeitsmarkt spricht tendenziell gegen weitere Zinserhöhungen und stützte den Silberpreis entsprechend.
Enge Handelsspanne trotz hoher Schwankungsbreite
Trotz der scharfen Tagesbewegungen bewegt sich Silber laut Marktbeobachtern seit Monaten in einer engen Spanne zwischen 66 und 70 US-Dollar. Der aktuelle Kurs von 67,58 US-Dollar liegt innerhalb dieses Korridors, auch wenn die Volatilität von 37 Prozent auf 30-Tage-Sicht auf erhebliche Nervosität innerhalb der Range hindeutet.
Anleger interpretieren dies als Zeichen dafür, dass der Markt trotz widersprüchlicher Nachrichtenlage bislang keine klare Richtungsentscheidung trifft.
ETF-Zuflüsse trotz unsicherer Gemengelage
Ein Silber-ETF verzeichnete zuletzt leichte Zuflüsse – ein Hinweis darauf, dass institutionelle Investoren trotz der Unsicherheit rund um Zinspfad und Nahost-Konflikt an ihrem Engagement festhalten.
Für Anleger bleibt die Gemengelage anspruchsvoll: Geopolitische Risiken sprechen für höhere Preise, eine restriktivere Fed-Rhetorik wirkt in die Gegenrichtung. Solange sich beide Kräfte die Waage halten, dürfte Silber vorerst in seiner etablierten Handelsspanne verharren, auch wenn einzelne Handelstage wie der gestrige deutliche Ausschläge bringen können.
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