Silber Preis: 2,7 Prozent Minus auf 64,78 Dollar
Silber fällt um 2,7 Prozent auf 64,78 Dollar. Anleger warten auf US-Inflationsdaten, während die Solarindustrie ihren Verbrauch deutlich reduziert.

Kurz zusammengefasst
- Silberkurs fällt um 2,7 Prozent
- US-Inflationsdaten am Mittwoch im Fokus
- Solarindustrie senkt Silberverbrauch um 19 Prozent
- Angebotsdefizit bleibt strukturelles Problem
Der Silberpreis bricht am Dienstag deutlich ein. Am Montag lag die Notierung noch bei rund 66,59 US-Dollar pro Feinunze. Im Handelsverlauf fällt der Preis um 2,7 Prozent auf zeitweise 64,78 Dollar. Marktbeobachter sehen darin vor allem Gewinnmitnahmen, nachdem Silber zuvor wichtige Widerstände getestet hatte.
Anleger warten auf US-Inflationsdaten
Der Rücksetzer fällt in eine Phase großer Vorsicht. Investoren blicken auf die US-Verbraucherpreise für Juli, die am Mittwoch erscheinen. Silber zahlt keine Zinsen. Deshalb reagiert der Kurs empfindlich auf jede Änderung der Zinserwartungen.
Die Fed hatte den Leitzins Ende Juli in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Nun sucht der Markt in den Inflationsdaten nach Hinweisen für den nächsten Schritt. Fällt die Teuerung höher aus als erwartet, könnte die Fed die Zinsen länger hoch halten. Das würde die Opportunitätskosten für Silber erhöhen und den Dollar stärken.
Solarindustrie spart Silber ein
Ein zweiter Faktor drückt zusätzlich auf die Nachfrage: die Photovoltaik-Industrie. Hersteller von Solarzellen senken ihren Silberverbrauch 2026 durch sogenanntes „Thrifting“ um rund 19 Prozent. Sie kommen damit auf etwa 151 Millionen Unzen.
Der Grund liegt in den hohen Preisen der Vorjahre. Sie zwangen die Industrie, effizientere Druckverfahren und dünnere Pastenschichten zu entwickeln. Silber bleibt zwar wegen seiner Leitfähigkeit wichtig für moderne Solarzellen, besonders bei N-Typ-Designs. Kupfer-basierte Alternativen gewinnen in der Massenproduktion aber zunehmend an Bedeutung.
Angebotsdefizit bleibt strukturelles Problem
Trotz der schwächeren Solar-Nachfrage bleibt der Silbermarkt fundamental knapp. Der World Silver Survey 2026 erwartet für dieses Jahr bereits das sechste Angebotsdefizit in Folge. Es soll auf 46,3 Millionen Unzen wachsen, nach 40,3 Millionen Unzen im Jahr 2025.
Der Grund liegt im Fördersystem selbst. Rund 70 Prozent der weltweiten Silberproduktion fallen als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Blei und Zink an. Minenbetreiber können ihre Förderung deshalb kaum kurzfristig an steigende Silberpreise anpassen.
Hinzu kommen Störungen aus dem Jahresanfang 2026. Diplomatische Spannungen im Nahen Osten lösten Knappheiten bei Schwefelsäure aus. Das bremste zeitweise die Kupferproduktion und damit auch die Silbergewinnung als Beiprodukt.
Seit 2021 hat der Markt bereits über 760 Millionen Unzen aus oberirdischen Lagerbeständen entnommen, um die Lücke zu schließen. Diese schwindenden Reserven bilden weiterhin eine strukturelle Stütze für den Silberpreis. Der Rücksetzer vom Dienstag ändert daran wenig — die Entscheidung liegt nun bei den US-Inflationsdaten vom Mittwoch.
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