Silber Preis: 37 Millionen Unzen COMEX-Lieferung
Geopolitische Spannungen und steigende COMEX-Lieferungen treiben den Silberpreis auf neue Höhen. Auch die ETF-Nachfrage zieht an.

Kurz zusammengefasst
- Silberpreis erreicht neue Höchststände
- Geopolitische Risiken als Preistreiber
- Rekord bei COMEX-Silberlieferungen
- ETF-Zuflüsse bei Silberfonds steigen
Silber notiert über 59 Dollar je Feinunze. Am Markt wirken gerade zwei Kräfte gleichzeitig: geopolitische Angst und ein auffälliger Run auf physisches Metall an der Terminbörse COMEX.
Am Mittwoch baute der Preis die Gewinne der Vortage weiter aus. Anleger richten den Blick auf den Nahen Osten, steigende Ölpreise und deren Folgen für Inflation und Zinsen.
Geopolitik treibt die Nachfrage nach Absicherung
Die Spannungen im Nahen Osten bleiben der zentrale Preistreiber.
US-Präsident Donald Trump dämpfte die Hoffnung auf schnelle Gespräche mit dem Iran. Er warnte vor weiteren Angriffen. Das trieb die Ölpreise nach oben.
Iranisch unterstützte Huthi-Rebellen störten zudem die Schifffahrt im Roten Meer. Parallel dazu griffen Unbekannte mehrfach das Terminal des Caspian Pipeline Consortium an Russlands Schwarzmeerküste an. Die Sorge um die Öl-Versorgung wächst.
Diese Mischung aus militärischer Eskalation und gestörten Lieferketten wirkt auf die gesamten Rohstoffmärkte. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen. Das beeinflusst wiederum die Zinserwartungen und macht Edelmetalle als Absicherung attraktiver.
Arbeitsmarkt kühlt sich ab, Fed vor schwieriger Entscheidung
Neben der Geopolitik rücken auch US-Konjunkturdaten in den Fokus.
ADP-Daten zeigen: Private US-Arbeitgeber schufen in den vier Wochen bis zum 4. Juli im Schnitt 16.500 neue Stellen pro Woche. Im Vierwochenzeitraum davor waren es noch 19.250 Stellen pro Woche. Das ist bereits der vierte Rückgang in Folge.
Diese Abkühlung trifft auf eine Notenbank in der Zwickmühle.
Die Märkte erwarten mehrheitlich, dass die Fed die Zinsen bei der Sitzung in der kommenden Woche unverändert lässt. Für September preisen sie dagegen eine Wahrscheinlichkeit von über 55 Prozent für eine Zinserhöhung ein.
Schwächeres Jobwachstum trifft auf anhaltenden Inflationsdruck durch die Ölpreis-Rally. Diese Kombination sorgt für Unsicherheit an den Zinsmärkten. Silber gilt in solchen Phasen traditionell als Absicherung.
Rekord bei physischen Lieferungen an der COMEX
Abseits der Kursbewegung sorgt auch die physische Marktseite für Aufmerksamkeit.
Die Zahl der zur Auslieferung angemeldeten Silberkontrakte im Juli-Kontrakt der COMEX ist zuletzt deutlich gestiegen. Einzelne Handelstage brachten weitere Lieferbenachrichtigungen. Die im Juli insgesamt ausgelieferte Menge überschritt die Marke von 37 Millionen Feinunzen.
Die registrierten Lagerbestände der COMEX-zugelassenen Lagerhäuser bleiben angespannt. Im historischen Vergleich der vergangenen Jahre gilt das Niveau als niedrig.
ETF-Nachfrage zieht wieder an
Auch bei den großen Silber-ETFs zeichnet sich eine Wende ab.
Nach einer Phase mit gemischten Kapitalflüssen bei Edelmetall-Fonds melden die großen Silberfonds jetzt steigende Bestände und Nettozuflüsse. Das deutet auf eine wachsende Nachfrage nach physisch hinterlegtem Silber hin.
Diese Entwicklung fällt zeitlich mit der Preisrally zusammen. Sie unterstreicht das gestiegene Interesse institutioneller Anleger am Edelmetall.
Die Kombination aus geopolitischen Risiken, einem schwächelnden aber noch nicht kollabierenden Arbeitsmarkt und einer unsicheren Zinsentscheidung hält die Volatilität am Silbermarkt hoch. Die COMEX-Lieferzahlen zeigen: Auch die physische Nachfrage nach dem Metall zieht spürbar an. Die Fed entscheidet in der kommenden Woche über die Zinsen – das nächste wichtige Datum für den Silberpreis.
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