Silber Preis: 46,3 Millionen Unzen Defizit
Silber notiert fester bei rund 65 Dollar. US-Inflationsdaten könnten den Zinspfad der Fed bestimmen und den Edelmetallpreis weiter beeinflussen.

Kurz zusammengefasst
- Silberpreis erholt sich leicht
- US-Inflationsdaten im Fokus
- Angebotsdefizit bleibt bestehen
- Photovoltaik treibt Nachfrage
Der Silberpreis stabilisiert sich am Mittwoch bei rund 65,30 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von etwa einem Prozent gegenüber dem Vortag. Nach turbulenten Handelstagen richten Investoren ihren Blick nun auf die heutigen US-Inflationsdaten.
US-Inflationsdaten und Fed-Kurs
Die Verbraucherpreise für Juli 2026 könnten den weiteren Zinspfad der Federal Reserve bestimmen. Ende Juli beließ die Notenbank ihren Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Der Beschluss fiel nicht einstimmig. Drei stimmberechtigte Mitglieder forderten bereits eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Fed-Vertreter Kevin Warsh signalisierte zudem Bereitschaft für einen härteren Kurs im September.
Diese Aussicht macht den Silbermarkt nervös. Silber zahlt keine Zinsen. Steigen die Realzinsen, verliert das Edelmetall an Attraktivität gegenüber verzinsten Anlagen.
Strukturelles Angebotsdefizit stützt den Preis
Trotz der Korrektur von den Rekordständen bleibt der Markt fundamental knapp. Im Januar 2026 kletterte Silber zeitweise über 121 US-Dollar.
Analysten erwarten für 2026 ein Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Unzen. Das wäre bereits das sechste Jahr in Folge mit einer Unterversorgung.
Das Angebot reagiert kaum auf den Preis. Etwa 70 Prozent des Silbers fällt als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Zink und Blei an. Minenbetreiber richten ihre Förderung deshalb nach diesen Basismetallen aus, nicht nach dem Silberkurs.
Die Lagerbestände in London und New York schrumpfen parallel dazu seit Jahren. Sie gleichen die Lücke zwischen Minenproduktion und industrieller Nachfrage aus.
Industrienachfrage und Charttechnik
Die Photovoltaik-Industrie bleibt ein wichtiger Nachfragetreiber. Hersteller experimentieren zwar mit Kupfer als Ersatz in Solarzellen. Silbers hohe Leitfähigkeit sichert dem Metall aber weiterhin eine Schlüsselrolle in Elektronik und E-Mobilität.
Charttechnisch bewegt sich der Kurs derzeit in einer neutralen Zone. Der Preis verharrt aktuell innerhalb der Ichimoku-Wolke im Tages-Chart.
Ein Ausbruch über 68 US-Dollar könnte weitere Gewinne einleiten. Fällt der Kurs unter die Unterstützung bei 57 bis 58 US-Dollar, droht eine längere Konsolidierung.
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