Silber Preis: 50-Tage-Linie durchbrochen

Silber durchbricht die 50-Tage-Linie und steigt auf 63,79 Dollar. Schwache US-Jobdaten und fallende Ölpreise stützen das Edelmetall.

Redaktion Stock-World ·
Glänzende Silberbarren auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche vor einem unscharfen Finanzhintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Silber überwindet wichtige Chartmarke
  • Schwache ADP-Daten beflügeln Zinsspekulationen
  • Ölpreisrückgang dämpft Inflationsängste
  • Industrienachfrage stützt Silber zusätzlich

Silber hat am Freitag ein charttechnisches Signal gesetzt, auf das Anleger seit Wochen gewartet haben. Der Kurs kletterte auf 63,79 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 3,25 Prozent zum Vortag. Damit überwand das Edelmetall die 50-Tage-Linie – für Chartanalysten oft der erste Hinweis auf eine mögliche Trendstabilisierung.

Chart bricht mit dem Abwärtstrend

Der Ausbruch fällt in eine Phase, die für Silber-Anleger zäh war. Seit dem 18. Juni befand sich der Rohstoff im langfristigen Abwärtstrend. Der jetzige Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt von 61,06 US-Dollar markiert einen Abstand von 4,47 Prozent nach oben – ein erstes technisches Lebenszeichen nach Wochen der Konsolidierung.

Wie weit der Weg zurück zu alten Höchstständen noch ist, zeigt ein Blick auf das Jahreshoch. Im Januar hatte Silber bei 121,78 US-Dollar sein 52-Wochen-Hoch markiert. Der aktuelle Kurs liegt noch 47,62 Prozent darunter.

Schwache Jobdaten befeuern Zinsfantasie

Der Rückenwind kommt derzeit vor allem aus den USA. Die ADP-Daten zeigten für Juli nur 44.000 neue Stellen im privaten Sektor – der schwächste Wert seit Januar und deutlich unter den erwarteten 70.000. Schwache Arbeitsmarktdaten nähren Spekulationen auf eine lockerere Geldpolitik. Das macht zinslose Anlagen wie Silber tendenziell attraktiver.

Ganz eindeutig ist das Bild aber nicht. Die Markterwartung für eine Zinserhöhung im September sank von 67 Prozent am Vortag auf 57 Prozent. Der Präsident der Kansas City Fed, Jeff Schmid, hält trotzdem an strafferer Geldpolitik fest. Er nannte weitere Straffungsschritte nötig, um die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel zu drücken. Diese gegenläufigen Signale sorgen weiter für Nervosität am Edelmetallmarkt.

Iran-Gespräche dämpfen Inflationssorgen

Auch geopolitische Nachrichten spielen mit. Präsident Trump sprach von „sehr guten Gesprächen“ zwischen den USA und dem Iran. Das weckte Hoffnungen auf ein Ende des fünfmonatigen Konflikts.

Die Erwartung einer stabileren Energieversorgung im Nahen Osten ließ die Ölpreise in dieser Woche um rund 10 Prozent fallen. Sinkende Ölpreise dämpfen die Inflationssorgen. Das wiederum reduziert den Druck auf die Fed, die Zinsen weiter zu straffen – ein Umfeld, das Edelmetallen tendenziell hilft.

Industrienachfrage bleibt zweite Säule

Neben der Investorennachfrage trägt der industrielle Verbrauch den Silberpreis mit. Der Rohstoff findet breite Anwendung in Elektronik, Solarpanelen und Medizintechnik. Damit hängt die Preisbildung sowohl von konjunkturellen als auch von finanziellen Faktoren ab – Silber reagiert eben nicht nur wie Gold auf Zinserwartungen, sondern auch auf die Industriekonjunktur.

Ob aus dem technischen Signal eine echte Trendwende wird, entscheidet sich an den nächsten US-Konjunkturdaten. Auch die Kommunikation der Fed vor der Zinsentscheidung im September dürfte den Ausschlag geben.

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